Mainz, 12. Juli 2019. Laut Daten des aktuellen Gesundheitsreports der Techniker Krankenkasse (TK) haben rheinland-pfälzische Ärzte ihren Patienten im Jahr 2018 durchschnittlich Antibiotika für 4,7 Tage verordnet. Damit liegt das Land zwar über dem Bundesschnitt von 4,0 Tagesdosen, gegenüber dem Vorjahr sind die Verordnungen in Rheinland-Pfalz aber um mehr als 11 Prozent zurückgegangen (5,3 Tagesdosen). Hinsichtlich der Verordnungshäufigkeit lassen sich maßgebliche regionale Unterschiede ausmachen. Trotz des Rückgangs liegt Rheinland-Pfalz immer noch auf Platz zwei unter den Bundesländern im Hinblick auf die Verordnungshäufigkeit. 

Regionale Unterschiede sind auffällig

Die regionalen Unterschiede hinsichtlich der Antibiotikaverordnungen sind auffällig. Während im Saarland durchschnittlich Antibiotika für 5 Tage verordnet werden, sind es in Sachsen gerade mal 3,0 Tagesdosen. "Warum es diese regionalen Unterschiede gibt, lässt sich nicht befriedigend beantworten. Allerdings gibt es auch keinen plausiblen Grund, warum die Saarländer häufiger an bakteriellen Infektionen leiden sollten als die Sachsen", gibt Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung in Rheinland-Pfalz, zu bedenken. "Daher muss der Ansatz nach wie vor sein, weiter aufzuklären und dafür zu werben, die Verwendung von Antibiotika sorgfältig abzuwägen," so Simon. Im Kampf gegen gefährliche Keime sind Antibiotika nach wie vor eine der wirksamsten Waffen. Daher sollten diese keinesfalls eingenommen werden, solange der Verdacht einer bakteriellen Infektion nicht sicher abgeklärt ist. Das vorzeitige Absetzen einer Antibiotika-Therapie ist allerdings ebenso riskant, da es die Entstehung von Resistenzen fördert.

Händehygiene ebenfalls wichtig gegen Keime 

Neben dem überlegten Einsatz von Antibiotika ist auch die richtige Hygiene in medizinischen Einrichtungen wichtig, um die Verbreitung von Keimen und Infektionen zu verhindern. Handhygiene spielt dabei eine entscheidende Rolle. "Neun von zehn Keimen werden über die Hände übertragen. Daher sollten nicht nur das medizinische Personal, sondern auch Patienten und deren Besucher in Krankenhäusern darauf achten, sich regelmäßig und gründlich die Hände zu waschen", so Simon. Die Klinken selbst können freiwillig der Aktion "Saubere Hände" beitreten. 

Hinweis für die Redaktion

Für den Gesundheitsreport 2019 wertete die TK die Krankschreibungen und Arzneimittelverordnungen der rund 237.000 bei der TK in Rheinland-Pfalz versicherten Erwerbspersonen aus. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von Arbeitslosengeld I. Die digitale Pressemappe mit dem bundesweiten Gesundheitsreport und den

gibt es auf  tk.de/presse. Im TK-Fehlzeiten-Tool  lassen sich die Reportdaten beliebig nach Branchen, Bundesländern und Tätigkeiten filtern.