München, 23. März 2022. Im Landkreis München war vergangenes Jahr jede Erwerbsperson durchschnittlich 9,1 Tage krankgeschrieben. "Das war bundesweit der niedrigste Stand", sagt Christian Bredl, Leiter der Techniker Krankenkasse (TK) in Bayern in Bezug auf Vorabauswertungen zum Gesundheitsreport 2022. Mit rechnerisch 9,4 krankheitsbedingten Fehltagen für jede Erwerbsperson belegte die Stadt München im Bundesvergleich den vierten Platz, Starnberg mit 9,7 Tagen den siebten Platz. Bundesweit fehlte im Schnitt jede erwerbstätige Person 14,6 Tage wegen Krankheit am Arbeitsplatz. "Das waren rund 50 Prozent mehr als in den drei oberbayerischen Regionen", fasst Bredl das Ergebnis zusammen.

Große regionale Unterschiede in Bayern

In Bayern war jede Erwerbsperson im letzten Jahr durchschnittlich 12,6 Tage krankgeschrieben. Das sind 0,4 Tage weniger als im Jahr zuvor. "Die Spanne im Freistaat war jedoch sehr groß", so Bredl. "Im Landkreis Kronach fehlte vergangenes Jahr jede Erwerbsperson krankheitsbedingt 19,3 Tage, in Haßberge 19,1 Tage und in Freyung-Grafenau 18,5 Tage. Das war etwa doppelt so lange wie in München oder Starnberg."

Psychische und Muskel-Skelett-Erkrankungen Hauptursachen für Fehlzeiten

Im Raum München-Starnberg verursachten die psychischen Erkrankungen wie Depressionen die meisten Fehltage. Sie waren dort mit mehr als zwei Tagen je Erwerbstätigen für rund jeden vierten krankheitsbedingten Ausfalltag verantwortlich. Im oberfränkischen Kronach und im unterfränkischen Haßberge dagegen waren die Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rücken- oder Gelenkschmerzen dominierend. Diese Diagnosen sorgten dort mit über vier Tagen je Erwerbsperson für rund ein Viertel aller krankheitsbedingten Fehlzeiten. Bayernweit waren psychische Erkrankungen (2,6 Tage je Erwerbsperson), Muskel-Skelett-Beschwerden (2,3 Tage) und Atemwegserkrankungen (1,5 Tage) die Hauptursachen für Fehlzeiten.

Der niedersächsische Kreis Lüchow-Dannenberg verzeichnete mit im Schnitt 23,5 Fehltagen je Erwerbstätigen bundesweit den höchsten Krankenstand. Dort verursachten alleine die psychischen Erkrankungen und die Muskel-Skelett-Beschwerden mit insgesamt fast zwölf Krankheitstagen fast so viele Fehltage je Erwerbsperson wie alle Diagnosen in Bayern zusammen.

AU-Tage in Bayerns Land­kreisen und kreis­freien Städten

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Hinweis für die Redaktion

Die Daten stammen aus den Vorabdaten zum TK-Gesundheitsreport 2022. Grundlage dafür bilden die rund 5,5 Millionen, davon in Bayern über 770.000, bei der TK versicherten Erwerbstätigen (Berufstätige und ALG 1-Empfänger). Die TK hat insgesamt bundesweit knapp 10,9 Millionen Versicherte, davon 1,45 Millionen in Bayern.