Saarbrücken, 1. Juli 2021. Seit mehr als einem Jahr bestimmt die Coronapandemie das öffentliche Leben. Kontaktbeschränkungen, Kinderbetreuung im Home-Office und das Ausbleiben sozialer Kontakte belasten die Menschen. Im Vergleich zu den anderen Bundesländern haben verhältnismäßig wenige Menschen an Saar, Rhein und Main mit den Auswirkungen zu kämpfen, wie aktuelle Ergebnis-se einer bevölkerungsrepräsentativen Forsabefragung im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) zeigen: So gaben 32 Prozent der Befragten im Saarland, Rheinland-Pfalz und Hessen zur Hochphase des zweiten Lockdowns im März 2021 an, dass sie die Corona-Situation "stark" oder "sehr stark" belaste - bundesweit ist dies der niedrigste Wert.

So schlecht fühlt sich Deutsch­land

TK-Infografik zu Belastung durch Corona nach Bundesländern. Quelle: Forsaumfrage im Auftrag der TK, März 2021. Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.
Belastung durch Corona nach Bundesländern. Quelle: Forsaumfrage im Auftrag der TK, März 2021.

Die gefühlte Belastung im Südwesten hat sich damit im Vergleich zu einer ersten Befragung im Mai 2020 nicht verändert, während die Zahl bundesweit in diesem Zeitraum angestiegen ist: In der aktuellen Befragung gaben 42 Prozent der Menschen im gesamten Bundesgebiet an, dass sie die Corona-Situation mindestens stark belaste - in der ersten Corona-Welle waren es lediglich 35 Prozent. 

Fehlende persönliche Kontakte größte Herausforderung

"Auch wenn sich im Saarland im Bundesvergleich weniger Menschen insgesamt durch die Coronapandemie belastet fühlen, so haben dennoch knapp ein Drittel der Menschen stark mit der Corona-Situation zu kämpfen", sagt Stefan Groh, Leiter der TK-Landesvertretung Saarland. Er ergänzt: "Unsere Befragung zeigt: Besonders der Wegfall sozialer Kontakte macht den Menschen in der Region zu schaffen".

90 Prozent der Befragten im Südwesten vermissen die privaten Treffen (bundesweit: 89 Prozent). 55 Prozent haben Angst, dass Angehörige oder Freundinnen und Freunde an Corona er-kranken (bundesweit: 60 Prozent). Unter den Berufstätigen berichten 37 Prozent der Befragten von einem stressigeren Arbeitsalltag (bundesweit: 49 Prozent) und 30 Prozent der Familien mit Kindern bezeichnen Schul- und Kitaschließungen als Herausforderung (bundesweit: 59 Prozent). 

Krankenstand gestiegen - Anteil psychischer Erkrankungen besonders hoch

Entgegen dem Bundestrend ist der Krankenstand im Saarland von 4,84 Prozent (2019) auf 4,97 Prozent (2020) gestiegen und liegt damit deutlich über dem Bundesschnitt (2020: 4,14 Prozent; 2019: 4,22 Prozent). Der seit Jahren ansteigende Trend setzt sich bei den Fehlzeiten auf Grund psychischer Erkrankungen fort: Wie der TK-Gesundheitsreport zeigt, machten psychische Erkrankungen im vergangenen Jahr mit 21,3 Prozent den größten Teil der Fehltage im Saarland aus (bundesweit: 19,8 Prozent), im Jahr zuvor waren es noch 19,7 Prozent gewesen (bundes-weit: 18,7 Prozent). Groh ergänzt: "Einen Corona-Höhepunkt können wir hierbei jedoch nicht feststellen." 

Hinweis für die Redaktion

Für den Gesundheitsreport 2021 "Ein Jahr Coronapandemie: Wie geht es Deutschlands Beschäftigten?" hat die TK die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen und Arzneiverordnungen ihrer 5,4 Millionen erwerbstätigen Versicherten ausgewertet, darunter knapp 46.000 im Saarland. Dazu zählen sozialversicherungspflichtige Beschäftigte und Empfängerinnen und Empfänger von Arbeitslosengeld I. Für die Befragungen wurden im Mai 2020 und im März 2021 bevölkerungsrepräsentativ bundesweit insgesamt 1.000 Menschen vom Meinungsforschungsinstitut Forsa telefonisch zu ihrer Belastung durch Corona befragt.