Kiel, 13. Juli 2020. Die Corona-Pandemie hat die Menschen in Schleswig-Holstein auf eine Belastungsprobe gestellt. Eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse zeigt, dass sich 40 Prozent der Befragten durch die aktuelle Situation stark oder sehr stark belastet fühlen. Der fehlende Kontakt zu Familie und Freunden ist der am häufigsten genannte Grund für die enorme Belastung während der Pandemie (77 Prozent). Am zweithäufigsten wurde die Angst vor einer Corona-Erkrankung der Angehörigen genannt (61 Prozent), dicht gefolgt von den Kita- und Schulschließungen (59 Prozent). Aber auch die Sorge um einen wirtschaftlichen Zusammenbruch beschäftigt die Menschen im Norden (42 Prozent). Angst davor, selbst an Covid-19 zu erkranken, haben dagegen nur 22 Prozent der Befragten. 

Im Ländervergleich zeigt sich der Norden auffällig: 16 Prozent gaben an, dass sie sich durch die Corona-Pandemie nicht belastet fühlen. Das ist der höchste Wert unter den Bundesländern. Zum Vergleich: In Nordrhein-Westfalen sagen nur sieben Prozent, dass sie keine Belastung verspüren, in Baden-Württemberg zehn Prozent. 

Videochats gegen Social Distancing


Um die fehlenden sozialen Kontakten auszugleichen, hat mehr als jeder zweite Schleswig-Holsteiner Videochats für sich entdeckt (51%). Am zweithäufigsten gaben die Befragten an, die Zeit zu nutzen, um Wohnung, Garten oder Balkon auf Vordermann zu bringen (47 Prozent). Aufgeschobene To-Dos - wie Keller aufräumen oder Papierkram erledigen - liegen auf Platz drei der meistgenannten Antworten (46 Prozent). Dahinter folgt Spazierengehen mit 43 Prozent. Nur 21 Prozent verbringen mehr Zeit mit interaktiven Medien wie Videospielen oder Social Media. 

Hinweis für die Redaktion

Die Befragung im Auftrag der Techniker Krankenkasse wurde vom  Meinungsforschungsinstitut Forsa vom 13. bis 26. Mai 2020 durchgeführt. Die angegebenen Zahlen beziehen sich auf die nördlichen Länder Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen.