Hamburg, 15. Juni 2020. In Zeiten von Corona schläft jeder Zehnte in Deutschland schlechter. Das zeigt eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK), für die im Mai bevölkerungsrepräsentativ 1.000 Menschen befragt wurden. Eine große Mehrheit (90 Prozent) verzeichnet keine Verschlechterung. Wer in der aktuellen Pandemiesituation jedoch häufig unter Stress steht, ist deutlich stärker betroffen: In dieser Gruppe der Befragten raubte Corona - im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie - jedem Vierten den Schlaf (25 Prozent).

Genügend Schlaf ist wichtig für die Gesundheit

"Die Daten zeigen, dass die Pandemiezeit - gerade wenn sie mit einem hohen Stresslevel für die Menschen einhergeht - auch den Schlaf negativ beeinflussen kann. Dabei ist ausreichender und erholsamer Schlaf ein wichtiger Baustein psychischer und physischer Gesundheit. Der Körper regeneriert beim Schlafen und ist am nächsten Tag wieder leistungsfähig", erklärt Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK. "Was sich zunächst einfach anhört, ist jedoch ein sehr komplexer neurophysiologischer Vorgang, bei dem wichtige Prozesse unter anderem für die Regeneration oder die Gedächtnisbildung ablaufen", so Baas. Dauerhaft schlechter Schlaf stört diese Prozesse und kann langfristig die Gesundheit beeinträchtigen. So können Schlafstörungen mit einem erhöhten Risiko für Depressionen und Angststörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus Typ 2 und Adipositas einhergehen. 

Fast zwei Drittel der Erwachsenen schlafen gut

Insgesamt sind jedoch viele Frauen und Männer mit ihrem Schlaf zufrieden. Das belegt eine weitere Forsa-Umfrage im Auftrag der TK, die im Dezember 2019 - also noch vor dem Ausbruch der Pandemie - durchgeführt wurde. So sagten sechs von zehn Befragten, dass sie insgesamt gut oder sogar sehr gut schlafen (61 Prozent). Probleme zeigen sich beim Durchschlafen (45 Prozent geben dies an) und beim Einschlafen (28 Prozent). 23 Prozent geben an, dass sie häufig zu früh aufwachen und wachliegen, bis der Wecker klingelt.

Jeder Sechste schläft höchstens fünf Stunden

An gewöhnlichen Arbeitstagen ist die Nachtruhe für jeden Sechsten (17 Prozent) mit höchstens fünf Stunden äußerst knapp bemessen und bleibt deutlich unter dem von Gesundheitsexperten empfohlenen täglichen Minimum von sechs Stunden. Bei Berufstätigen im Schichtdienst oder mit unregelmäßigen Arbeitszeiten, den sogenannten Flex-Beschäftigten, schläft sogar jeder Fünfte (21 Prozent) maximal fünf Stunden. 

Online-Schlaftraining unterstützt Schlechtschläfer passgenau

Für Menschen mit Schlafproblemen hält die TK ein spezielles Angebot vor: das Online-Schlaftraining Mementor. Das Training hilft bei Schlafproblemen unkompliziert und passgenau. Der Nutzer dokumentiert seine individuellen Schlafdaten und bekommt dann, genau darauf zugeschnitten, Übungen und Verhaltensempfehlungen vorgeschlagen, die nachweislich zu einer Verbesserung des Schlafs führen. Dazu gehören zum Beispiel regelmäßige Schlafenszeiten und der Verzicht auf schwere Mahlzeiten, koffeinhaltige Getränke und Alkohol vor dem Zubettgehen. Aktuelles Schlafwissen zur Bedeutung der verschiedenen Schlafphasen und der Schlafumgebung, ein digitales Schlaftagebuch und praktische Übungen wie die Progressive Muskelentspannung ergänzen das Online-Training. 

Besserer Schlaf bei 60 Prozent der Nutzer

Bei einer Zufriedenheitsbefragung 2019 gaben fast 60 Prozent der befragten Nutzer an, ihr Schlaf habe sich durch das Online-Schlaftraining verbessert. Die wichtigsten Gründe, das Digitalangebot zu nutzen, waren "besser durchschlafen" (79%), "tagsüber leistungsfähiger werden" (61%), "schneller einschlafen" (56%) und "Schlafdauer steigern" (46%). Die wissenschaftliche Grundlage für das Online-Schlaftraining bilden die kognitive Verhaltenstherapie und schlafmedizinische Leitlinien. Das Training wurde von dem Schweizer Start-up Mementor in Zusammenarbeit mit der Universität Zürich und einer Schweizer Klinik für Schlafmedizin entwickelt.

Wer am Arbeitsplatz übermüdet ist, riskiert Unfälle und Fehler 

"Auch im Betrieblichen Gesundheitsmanagement spielt das Thema Schlaf eine zunehmende Rolle. Denn bei Übermüdung sinkt das Wohlbefinden der Beschäftigten, und das Risiko für Unfälle und Fehler im Job steigt. Firmenkunden fragen verstärkt entsprechende Angebote nach", sagt TK-Vorstandsvorsitzender Dr. Jens Baas. Daher plant die TK, das Online-Schlaftraining auch in ihre Angebote zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement zu integrieren. 

Schichtarbeit gesundheitsgerecht gestalten

Vor allem Schichtarbeiter können von diesem Angebot profitieren. Fast sechs Millionen Erwerbstätige arbeiten derzeit regelmäßig in Schichten - Tendenz steigend. Immer mehr Betriebe werden deshalb vor die Aufgabe gestellt, Schichtarbeit gesund zu gestalten. Bereits jetzt bietet die TK speziell für Führungskräfte und betroffene Beschäftigte zwei Broschüren an, die praxisnah zeigen, wie sie Schichtarbeit gesundheitsgerecht gestalten können.

Broschüre Schicht für Schicht gesund

Diese Broschüre zeigt Ihnen überschaubar und praxisnah, wie Sie als Unternehmen Ihrer Verantwortung gerecht werden und für gesundheitsgerechte Arbeitsbedingungen auch in der Schichtarbeit sorgen können. 

PDF, 5,6 MB Downloadzeit: eine Sekunde

Broschüre Wann ist Schicht?

Gesundheit in die eigene Hand nehmen - Wer sich gut um sich selbst kümmert, kann die Belastungen durch Schichtarbeit besser bewältigen. Mehr dazu in dieser Broschüre.

PDF, 1,7 MB Downloadzeit: eine Sekunde

Hinweis für die Redaktion

Für ein Update der 2017 veröffentlichten TK-Schlafstudie  Schlaf gut, Deutschland  hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der TK im Zeitraum vom 4. bis 16. Dezember 2019 einen bevölkerungsrepräsentativen Querschnitt der Erwachsenen in Deutschland befragt. Für das Pandemie-Update wurden zudem im Zeitraum vom 13. bis 26. Mai 2020 bevölkerungsrepräsentativ 1.000 Menschen unter anderem zu ihrem Schlafverhalten befragt.

Blogbeitrag: Wie gut schläft Deutschland?