Bremen, 16. Juni 2020. Laut aktueller Forsa-Umfrage lässt die Corona-Pandemie weniger als jeden zehnten Befragten in Norddeutschland schlechter schlafen. Im Vergleich zu Vor-Corona-Zeiten stimmten acht Prozent aller Befragten der Aussage "Ich schlafe schlechter als zuvor." zu. Demgegenüber stehen 92 Prozent, die beim Schlaf keine Verschlechterung für sich feststellen können.

Gemäß der im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) durchgeführten Studie sind dabei vor allem durch die Krise verursachte, zusätzliche Belastungen ein Faktor für schlechteren Schlaf. Bei häufig Gestressten (25 Prozent) und Menschen mit einem höheren Arbeitspensum (20 Prozent) leidet die Schlafqualität nach eigenen Angaben besonders häufig.

Ein Blick auf die bundesweiten Daten zeigt, dass den Norddeutschen die Pandemiesituation etwas weniger zu schaffen macht, als dem Rest der Republik. Mit jedem zehnten Befragten berichteten anteilig mehr Personen über negative Auswirkungen auf die eigene Nachtruhe. 90 Prozent waren davon wiederum nicht betroffen   

Gesundheit braucht guten Schlaf

"Die Zahlen machen deutlich, dass eine weitere Folge der Corona-Pandemie in der negative Beeinflussung des Schlafes besteht. Dies gilt vor allem für Menschen, die in dieser Situation oft mit Stress oder zusätzlicher Arbeit konfrontiert sind.", sagt Dr. Susanne Klein, Leiterin der TK-Landesvertretung Bremen. "Für die psychische und seelische Gesundheit ist ein ausreichend langer und erholsamer Schlaf auf lange Sicht jedoch unerlässlich. Gesundheitliche Beeinträchtigungen wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes Mellitus Typ 2 können die Folge von dauerhaften Schlafstörungen sein.", so Klein weiter.

So schläft der Norden

Wie die Schlafqualität der Bewohner der nördlichen Bundesländer außerhalb des Infektionsgeschehens ausfällt, hat eine weitere durch die TK beauftragte Forsa-Umfrage ermittelt. Die bereits im Dezember 2019 durchgeführte Umfrage liefert gemischte Ergebnisse. Gut jeder Zweite (54 Prozent) der in Norddeutschland Befragten gab an insgesamt gut oder sogar sehr gut zu schlafen. Mit 61 Prozent Zustimmung liegt der Wert auf der Bundesebene dabei auf einem höheren Niveau.

Weniger Abweichung zeigt sich bei der Frage nach den Gründen für eine schlechte Schlafqualität. 47 Prozent der norddeutschen Frauen und Männer geben an Probleme beim Durchschlafen zu haben (45 Prozent bundesweit). Knapp jeder Vierte (24 Prozent) findet schwer in den Schlaf (28 Prozent bundesweit). Fast genauso viele Teilnehmer (23 Prozent) berichteten darüber, dass sie häufig zu früh aufwachen und wachliegen bis der Wecker klingelt.

Neben der Qualität ist auch die erzielte Schlafdauer von Bedeutung für die Gesundheit. Experten empfehlen ein tägliches Minimum von sechs Stunden Nachtruhe. Der Anteil derer, die diesen Wert verfehlen, beläuft sich in Norddeutschland auf 14 Prozent. Im Bund ist jeder Sechste (17 Prozent) von zu kurzem Schlaf betroffen.

Online-Hilfe bei Schlafproblemen

Hilfe bei Schlafstörungen finden Betroffene im Internet. Über die Webseite der TK besteht kostenloser Zugang zum Online-Schlaftraining Mementor. Die von der Universität Zürich mitentwickelte Anwendung basiert auf wissenschaftlichen Daten zur kognitiven Verhaltenstherapie. Für eine Verbesserung der Schlafsituation erhalten Nutzer, auf Basis ihrer individuellen Schlafdaten, Verhaltensempfehlungen und Übungen sowie Informationen rund um einen guten Schlaf.

Sowohl Schlafzeit als auch Schlafqualität lassen sich mit dem Online-Training nachweislich steigern. In 2019 gaben im Rahmen einer Nutzerbefragung 60 Prozent der Teilnehmer an, dass sie mithilfe von Mementor einen besseren Schlaf erzielen konnten.

Berufsbedingte Schlafprobleme

"Auch in der derzeitigen Sondersituation spielen bei nicht ausreichendem oder gestörtem Schlaf weitere Ursachen eine Rolle. Als einer der Hauptgründe für schlechten Schlaf wird vielfach der berufliche Stress gesehen.", so Dr. Susanne Klein. "Übermüdung wirkt sich auch am Arbeitsplatz in negativer Weise aus: Das Risiko der Beschäftigten während ihrer Tätigkeit Fehler zu machen oder zu verunglücken steigt. Daher begrüßen wir es sehr, dass das Thema Schlaf im Betrieblichen Gesundheitsmanagment (BGM) an Bedeutung gewinnt und von Firmenkunden verstärkt nachgefragt wird. Um hier weitere Fortschritte zu erzielen plant die TK derzeit die Integration des Online-Schlaftrainings in ihre BGM-Angebote." berichtet Klein weiter.

Hinweis an die Redaktionen

Für ein Update der 2017 veröffentlichten TK-Schlafstudie  Schlaf gut, Deutschland  hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der TK im Zeitraum vom 4. bis 16. Dezember 2019 einen bevölkerungsrepräsentativen Querschnitt der Erwachsenen in Deutschland befragt. Für das Pandemie-Update wurden zudem im Zeitraum vom 13. bis 26. Mai 2020 bevölkerungsrepräsentativ 1.000 Menschen unter anderem zu ihrem Schlafverhalten befragt.

Die regionalen Zahlen für Norddeutschland beziehen sich dabei auf die kumulierten Ergebnisse aus den Bundesländern Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein.