Mainz, 2. Dezember 2020. Von den rund 522.000 Schülerinnen und Schüler an rheinland-pfälzischen Schulen waren vermutlich Tausende bereits einmal selbst Opfer von Cybermobbing-Attacken. Nach einer aktuellen Studie, die das Bündnis gegen Cybermobbing in Zusammenarbeit mit der Techniker Krankenkasse (TK) heute auf einer digitalen Pressekonferenz vorgestellt hat, haben sich die Fälle von Cybermobbing bundesweit in recht kurzer Zeit um mehr als ein Drittel (36 Prozent) erhöht. So waren 2017 noch 12,7 Prozent der Schülerinnen und Schüler zwischen acht und 21 Jahren betroffen, in diesem Jahr waren es hingegen 17,3 Prozent.

Cybermobbing kann schwerwiegende Folgen haben

"Cybermobbing kann für die betroffenen Kinder und Jugendlichen schwerwiegende Folgen haben. Genau wie Mobbing und Ausgrenzung im realen Leben kann es zum Beispiel zu Ängsten, Schlafstörungen und Depressionen führen. Allerdings ist durch die Reichweite im Netz eine weitere Komponente vorhanden, die unter Umständen das Erlebte für die Opfer noch verschlimmert", sagt Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung in Rheinland-Pfalz.

Corona als Katalysator

Laut Studie haben die Corona-Pandemie und der daraus resultierende Fernunterricht sowie die Kontaktbeschränkungen dazu geführt, dass sich die Situation noch verschärft hat. "Die jungen Menschen verbringen noch mehr Zeit im Internet und persönliche Kontakte finden nur noch eingeschränkt statt. Die Anonymität macht es den Tätern leicht, ohne Konsequenzen davonzukommen", so Simon. 

TK setzt auf Prävention

Schon seit vielen Jahren setzt die TK beim Thema Mobbing und Cybermobbing auf Prävention. "Auch in Rheinland-Pfalz haben wir über Jahre das Projekt "Mobbingfreie Schule" zusammen mit dem Bildungsministerium durchgeführt und werden auch im kommenden Jahr unter dem Titel "Gemeinsam Klasse sein" wieder ein Projekt mit dem Schwerpunkt Cybermobbing an den Start bringen", sagt der TK-Landeschef.  

Hinweis für die Redaktion 

Für die Studie wurden im Zeitraum von Februar bis November 2020 mehr als 6.000 Eltern, Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler zum Thema Mobbing und Cybermobbing befragt. Nach 2013 und 2017 ist das bereits die dritte Untersuchung.

Die Studienergebnisse zum Download sowie weitere Informationen gibt es auf der Internetseite des Bündnisses gegen Cybermobbing.

Laut Statistischem Bundesamt waren im Schuljahr 2019/2020 115.500 Schüler an berufsbildenden Schulen und 407.200 Schüler an Allgemeinbildenden Schulen in Rheinland-Pfalz.