Bremen 10. September 2021. Der Krankenstand in Bremen und Bremerhaven war im ersten Halbjahr 2021 so niedrig wie seit vielen Jahren nicht mehr. Das geht aus einer Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK) hervor. Von Januar bis Ende Juni betrug der Krankenstand 3,78 Prozent, in den Vorjahreszeiträumen lag er bei 4,17 (2020) beziehungsweise 4,48 Prozent (2018).

Damit fehlte eine bei der TK versicherte Erwerbsperson im Land durchschnittlich 6,8 Tage am Arbeitsplatz. 2020 waren es noch 7,5 Tage und 2018 sogar 8,1 Tage gewesen.

"Trotz der unkomplizierten Möglichkeit, sich bei Erkältungskrankheiten telefonisch oder per Videosprechstunde ein Attest ausstellen zu lassen, ist die Zahl der Krankschreibungen und der Krankheitstage insgesamt zurückgegangen", erklärt Inga Heinrich, Sprecherin der TK-Landesvertretung Bremen. Gerade die Erkältungskrankheiten spielen mit einem Anteil von 0,6 Krankheitstagen im ersten Halbjahr kaum eine Rolle.

Die meisten Fehltage aufgrund psychischer Diagnosen

Die meisten Fehltage entfielen im ersten Halbjahr 2021 auf psychische Erkrankungen (1,7 Tage) wie Depressionen oder Angststörungen. Zum Vergleich: 2019 und 2018 waren es jeweils 1,4 Tage.

TK-Depressionscoach unterstützt

"Bei den psychischen Diagnosen zählen wir von Januar bis Juni 2021 allein 34.000 Krankheitstage bei TK-versicherten Erwerbstätigenhier im Land", stellt Heinrich fest. Für Menschen mit leichten bis mittelschweren depressiven Erkrankungen hat die TK den TK-DepressionsCoach entwickelt und seine Wirkung in einer Studie mit mehr als 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern überprüft. Das Ergebnis: Es geht den Nutzerinnen und Nutzern deutlich besser und sie erleben das digitale Angebot als große Hilfe. Heinrich: "Die wissenschaftliche Evaluation des TK-DepressionsCoaches hat gezeigt, dass dessen Nutzung die depressiven Symptome im Durchschnitt von einem mittleren Schweregrad auf einen klinisch nicht mehr bedeutsamen Wert verbessert."

Hinweis für die Redaktion

Für die aktuelle Auswertung hat die TK die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ihrer rund 5,4 Millionen versicherten Erwerbspersonen, davon ca. 34.000 in Bremen ausgewertet. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfängerinnen und Empfänger von Arbeitslosengeld I.