Stuttgart, 31. Januar 2020. Erwerbspersonen in Baden-Württemberg sind deutlich weniger krank als anderswo. 12,6 Fehltage im Durchschnitt zählte die Techniker Krankenkasse (TK) 2019 bei ihren erwerbstätigen Versicherten im Land. Zum Vergleich: Der Bundesschnitt liegt bei 15,4 Fehltagen, in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt fehlten Erwerbspersonen sogar zwischen 19 und 20 Tagen. Mit 3,45 Prozent lag auch der Krankenstand in Baden-Württemberg deutlich unter dem Bundesdurchschnitt (4,21 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr sind die Fehlzeiten im Land geringfügig um 0,8 Prozent gesunken. Hauptursache für diesen Rückgang ist laut TK die weniger stark ausgeprägte Erkältungswelle.

Häufigste Diagnose waren Psychische- und Verhaltensstörungen

"Psychische Erkrankungen waren 2019 für rund 18 Prozent aller Fehlzeiten in Baden-Württemberg verantwortlich, das ist der höchste Wert im Vergleich zu anderen Diagnosen - noch vor Rückenbeschwerden und Erkältungskrankheiten", sagt Andreas Vogt, Leiter der TK-Landesvertretung. Mit 2,27 Arbeitsunfähigkeitstagen pro Kopf haben sie gegenüber dem Vorjahr (2,22 Tage pro Kopf) noch einmal deutlich zugelegt. Es folgen nahezu gleichauf Krankheiten des Muskel-Skelettsystems (2,09 Tage pro Kopf) und Krankheiten des Atmungssystems (2,09 Tage), die im Vorjahr noch für 2,23 Fehltage pro Kopf gesorgt hatten.

TK sieht Arbeitgeber in der Pflicht

"Obwohl die psychisch bedingten Fehlzeiten in Baden-Württemberg aktuell noch mehr als 20 Prozent unter dem Bundesschnitt liegen, ist das kein Grund zur Entwarnung. Wir beobachten auch hier im Land jährliche Steigerungsraten zwischen zwei und drei Prozent", erklärt Vogt. Er appelliert an die Arbeitgeber, für bessere Rahmenbedingungen zu sorgen: "Wir wissen inzwischen, dass eine ungesunde Arbeitskultur das Risiko für chronische Krankheiten und langfristige Abwesenheiten erhöht. Daraus resultieren wiederum hohe finanzielle Belastungen sowohl für das Gesundheitssystem als auch für das Unternehmen selbst."

Online-Coaching kann unterstützen

Der TK-DepressionsCoach bietet Betroffenen einen niederschwelligen Zugang zur Online-Therapie. Das Programm wurde für leichte bis mittelschwere Depressionen entwickelt und seine Wirksamkeit in einer wissenschaftlichen Evaluation der Freien Universität Berlin bestätigt.

Hinweis für die Redaktion


Die Zahlen stammen aus Vorabdaten des TK-Gesundheitsreports 2020. Grundlage dafür bilden die rund 5,3 Millionen bei der TK versicherten Erwerbspersonen, davon 560.000 mit Wohnsitz in Baden-Württemberg. Dazu gehören sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sowie Empfänger des Arbeitslosengeldes I. Die ausführliche Gesundheitsberichterstattung der Techniker finden Interessierte unter www.tk.de/gesundheitsreport.