Saarbrücken, 13. Juli 2021. Die saarländischen Pflegekräfte sind im Vergleich zu anderen Berufsgruppen gesundheitlich deutlich mehr belastet. Mit 25,7 Tagen fehlten professionell Pflegende im Saarland 2020 deutlich länger als der Durchschnitt der Erwerbstätigen (18,1). Das zeigt eine Sonderauswertung im Rahmen des Gesundheitsreports 2021 der Techniker Krankenkasse (TK). Damit ist die Zahl der Fehltage von Fachkräften aus Alten- und Krankenpflege im Vergleich zu 2019 noch einmal deutlich gestiegen. Damals waren es 23,7 Tage gewesen. Bundesweit stiegen die Fehltage in der Branche von 22,6 auf 23,1.

"Diese Werte zeigen, wie hoch die Belastung für die Pflegenden ist. Es ist auch mit Blick auf den Fachkräftemangel wichtig, dass die Arbeitsbedingungen in der Pflege zügig verbessert werden", erklärt Stefan Groh, Leiter der TK-Landesvertretung und ergänzt: "Hier bietet auch die Digitalisierung viele Chancen zur Unterstützung und Entlastung." 

Pflegeberufe gehen auf den Rücken und die Psyche 

Auffällig ist auch die Verteilung der Fehltage auf einzelne Krankheitsbilder: Pflegekräfte fehlten überdurchschnittlich oft wegen Muskel-Skelett-Beschwerden wie Rückenschmerzen oder wegen psychischer Erkrankungen. Mit 4,9 beziehungsweise 4,8 Tagen lagen die Werte deutlich über den Durchschnittswerten aller Erwerbstätigen (2,6 und 2,7 Fehltage). 
Groh sagt dazu: "Ein wichtiger Baustein für die Attraktivität der Arbeit ist ein gesunder Berufsalltag. Wir als TK bieten Arbeitgebern deshalb Hilfe beim Betrieblichen Gesundheitsmanagement an. Davon profitieren die Fachkräfte, aber auch die zu Pflegenden."

TK fördert Prävention und Gesundheitsmanagement in der Pflege 

Die TK fördert gezielt Projekte des Betrieblichen Gesundheitsmanagements im Bereich der professionellen Pflege. Wichtige Aspekte sind dabei beispielsweise die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und gesundheitsförderliche Führungsstrukturen. Die Projekte werden in Kooperation mit Hochschulen wissenschaftlich begleitet und evaluiert.

Auch informell Pflegende wie Angehörige oder Freundinnen und Freunde sind in einer Pflegesituation besonders gefordert. Eine Orientierungshilfe bietet ihnen die App "TK-PflegeKompakt" . Sie fasst alle wichtigen Informationen, Ansprechpersonen und Angebote zusammen, die betroffenen Personen die Pflege erleichtern können. 

Hinweis für die Redaktion 

Für die aktuelle Auswertung hat die TK die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ihrer rund 5,4 Millionen versicherten Erwerbspersonen betrachtet, im Saarland sind es rund 46.000. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger und Empfängerinnen von Arbeitslosengeld I.

Im Portal "Presse & Politik" finden Sie die Forderungen der TK an die Pflegepolitik sowie Informationen zu den TK-geförderten Präventionsprojekten in der Pflege