Bremen, 20. April 2021. Die Fehlzeiten der Erwerbstätigen im Land Bremen sind im vergangenen Jahr erneut gesunken. Laut Gesundheitsreport 2021 der Techniker Krankenkasse (TK) lag der Krankenstand im kleinsten Bundesland bei 3,99 Prozent und damit unter dem Bundesdurchschnitt von 4,14 Prozent.

Demnach kamen auf 100 TK-Versicherte Erwerbstätige in 2020 91 Krankheitsfälle. Dies entspricht einem Rückgang von gut 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Eine Steigerung ist hingegen bei der Krankschreibungsdauer zu verzeichnen. Im Durchschnitt musste jede und jeder Erwerbstätige im Land Bremen 15,9 Tage krankheitsbedingt im Beruf aussetzen. 2019 hat dieser Wert noch bei durchschnittlich 13,3 Tagen gelegen.

Psychische Erkrankungen sind weiterhin Hauptursache von Fehltagen

Für die längeren Ausfallzeiten könnten psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen verantwortlich sein. Erwerbstätige Personen aus Bremen und Bremerhaven konnten 2020 im Schnitt 3,2 Tage auf Grund solcher Diagnosen nicht arbeiten. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Anstieg von knapp sechs Prozent.

Atemwegserkrankungen, wie grippale Infekte oder Bronchitis sind hingegen seltener aufgetreten. Hier ist ein Rückgang um rund neun Prozent auf 1,9 Tage pro Erwerbsperson zu verzeichnen. Von der Häufigkeit nahezu gleich geblieben sind Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems. Mit im Schnitt 2,6 Fehltagen waren die Erwerbstätigen im kleinsten Bundesland ähnlich häufig von Rückenschmerzen, Bandscheibenschäden etc. betroffen wie im Vorjahr.

Auswirkungen von Covid-19

"Wir beobachten bereits seit Längerem, dass psychische Erkrankungen der Hauptgrund für Fehlzeiten am Arbeitsplatz sind. Der Anstieg in diesem Bereich ist 2020 allerdings nochmal etwas größer ausgefallen als in den Vorjahren. Eine mögliche Erklärung könnten die Auswirkungen der Corona-Pandemie sein", sagt Dr. Susanne Klein, Leiterin der TK Landesvertretung Bremen. "Einen Rückgang verzeichnen wir hingegen bei den Krankheiten des Atmungssystems, zum Beispiel Erkältungen. Hier scheinen die Kontaktbeschränkungen und Hygieneregeln auch andere Infektionserkrankungen zu reduzieren", so Klein weiter.

Dabei sind Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen aufgrund einer Covid-19-Infektion im Vergleich zu anderen Erkrankungen vergleichsweise selten. 2020 erfasste die TK bundesweit 5,3 Millionen Krankschreibungen, von denen 26.833 auf Covid-19 zurückzuführen sind.

Hinweis für die Redaktion

Die Zahlen stammen aus dem TK-Gesundheitsreport 2021. Grundlage sind rund 34.000 Erwerbspersonen (Berufstätige und ALG 1-Empfänger) im Bundesland Bremen.

Der Krankenstand ist eine betriebswirtschaftliche Größe. Darunter versteht man den prozentualen Anteil der Fehltage zur Sollarbeitszeit von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern aufgrund einer Krankschreibung.

Unter Fehltagen versteht man die Krankheitstage aufgrund von Krankschreibungen.