Hamburg, 14. Juli 2022. Durchschnittlich 14,1 Tage waren Erwerbspersonen in Hamburg im vergangenen Jahr 2021 krankgeschrieben. Damit sind die Fehlzeiten im Vergleich zum Vorjahr merklich um insgesamt 5 Prozent beziehungsweise 0,75 Tage gesunken. Mit 3,85 Prozent lag der Krankenstand in Hamburg 3,4 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt - der 3,99 Prozent beträgt. Dies zeigt der Gesundheitsreport 2022 der Techniker Krankenkasse (TK) in Hamburg.

"Der starke Rückgang der Fehlzeiten im Jahr 2021 im Vergleich zum Vorjahr ist vor allem dadurch zu erklären, dass es ein Drittel - genau 32,3 Prozent - weniger Krankschreibungen aufgrund von Atemwegserkrankungen gab. Die Grippesaison ist durch die coronabedingten Hygienemaßnahmen 2021 schlichtweg ausgefallen", sagt Maren Puttfarcken, Leiterin der TK-Landesvertretung Hamburg.

Top 3-Diagnosen 2021 mit den längsten Fehlzeiten

Als einzelne Diagnose war im vergangenen Jahr die "Psychische und Verhaltensstörung" mit durchschnittlich 3,77 AU-Tagen der Grund für die meisten Fehlzeiten bei Erwerbspersonen. Darauf folgen die Diagnosen "Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems" mit 2,27 sowie "Krankheiten des Atmungssystems" mit 1,45 AU-Tagen. 

Ausblick auf die Fehlzeiten in 2022

Im ersten Quartal 2022 ist der Krankenstand in Hamburg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (3,66 Prozent) angestiegen - auf 4,87 Prozent. Im gesamten Bundesgebiet hat der Krankenstand im ersten Quartal mit 5,29 Prozent einen neuen Höchststand erreicht.

"In Hamburg galten im ersten Quartal dieses Jahres weitreichendere Pandemie-Eindämmungsmaßnahmen als im Rest der Republik. Das könnte ein Grund für den niedrigen Krankenstand sein. Aber wir sehen, dass es dieses Jahr wieder eine Erkältungs- und Grippewelle im Frühjahr gab. Diese sind für ein Viertel der Fehltage verantwortlich", so Puttfarcken.

Länder­re­port Hamburg 2022

PDF, 1,4 MB Downloadzeit: eine Sekunde

Hinweis für die Redaktion

Die Zahlen stammen aus dem TK-Gesundheitsreport 2022. Grundlage dafür bilden die rund 5,5 Millionen bei der TK versicherten Erwerbstätigen (Berufstätige und ALG 1-Empfängerinnen und Empfänger), davon 248.000 in Hamburg (Stand: Mai 2022).

Der Krankenstand ist eine betriebswirtschaftliche Größe. Darunter versteht man den prozentualen Anteil der Fehltage zur Sollarbeitszeit von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern.