Stuttgart, 14. März 2019. Erwerbspersonen in Baden-Württemberg fehlen deutlich  weniger wegen Rücken- und Gelenkproblemen bei der Arbeit als im Rest der Republik. 2,1 von insgesamt 12,7 Fehltagen im Durchschnitt zählte die Techniker Krankenkasse (TK) 2018 bei ihren erwerbstätigen Versicherten im Land. Zum Vergleich: Der Bundesschnitt liegt bei 2,7 Fehltagen; in Mecklenburg-Vorpommern fehlten Erwerbspersonen sogar 3,9 Tage wegen einer Diagnose aus der Kategorie Muskel-Skelett-Erkrankungen.

Allerdings gibt es auch im Ländle große regionale Unterschiede: Die Heidelberger hatten mit 1,36 Tagen die niedrigsten Fehlzeiten wegen orthopädischer Diagnosen in Baden-Württemberg, gefolgt von den Stuttgartern mit 1,53 und den Tübingern mit 1,7 Tagen. Am oberen Ende der Skala liegt mit 2,96 Tagen der Neckar-Odenwald-Kreis gefolgt vom Kreis Biberach mit 2,92 Tagen. Es folgen Pforzheim und Rastatt mit jeweils 2,86 Fehltagen und damit ebenfalls bundesweit überdurchschnittlichen Werten.

"Wir stellen immer wieder fest, dass neben den körperlich schwer Arbeitenden auch Beschäftigte, die besonders unter Druck stehen, Rückenprobleme haben. Der Stress sitzt ihnen buchstäblich im Nacken", erklärt Andreas Vogt, Leiter der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg. Laut einer Umfrage der TK leiden Beschäftigte mit hohem Stresslevel überdurchschnittlich oft an Rückenschmerzen und Verspannungen. Zwei Drittel von ihnen geben an, häufig oder ständig an Rückenschmerzen zu leiden, bei den Berufstätigen ohne Stress sind es lediglich 42 Prozent.

Deshalb sei es besonders wichtig, regelmäßig für Ausgleich zu sorgen. "In den Betrieben ist Rückengesundheit ein wichtiges Thema des Gesundheitsmanagements. Allerdings kümmern sich viele Unternehmen dabei nur um die Ergonomie. Das greift zu kurz", findet Vogt. Um den Beschäftigten den Rücken zu stärken, brauche es nicht nur rückengerechte Stühle und höhenverstellbare Schreibtische, sondern eine nachhaltige Stressprävention.

"Eine moderne Unternehmenskultur muss es den Menschen ermöglichen, gesund zu arbeiten, zu regenerieren und Familie und Beruf in Einklang zu bringen. Dazu gehört auch, dass Feierabend ist mit der ständigen Erreichbarkeit", so der Leiter der TK-Landesvertretung. Denn 65 Prozent der Beschäftigten, die angeben, auch nach Feierabend und im Urlaub nicht richtig abschalten zu können, haben Rückenprobleme, im Mittel aller Beschäftigten sind es 54 Prozent.


Hinweis für die Redaktion

Die Zahlen stammen aus Vorabdaten des TK-Gesundheitsreports 2019, der im Frühjahr erscheint. Grundlagen bilden 5,2 Millionen bei der TK versicherten Erwerbspersonen, davon rund 575.000 mit Wohnsitz in Baden-Württemberg. Dazu gehören sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sowie Empfänger des Arbeitslosengeldes I. Die ausführliche Gesundheitsberichterstattung der Techniker finden Interessierte unter www.tk.de/gesundheitsreport.