Düsseldorf, 4. Juli 2019. Die Fehlzeiten von Beschäftigten in Pflegeberufen lagen im vergangenen Jahr in Nordrhein-Westfalen (NRW) erheblich über dem Durchschnitt. Das zeigen die Daten des Gesundheitsreports 2019 "Pflegefall Pflegebranche? So geht’s Deutschlands Pflegekräften" der Techniker Krankenkasse (TK). Danach fehlte 2018 krankheitsbedingt jeder Berufstätige in der Pflege mehr als 23 Tage an seinem Arbeitsplatz, knapp acht Tage mehr als in der Vergleichsgruppe aller Beschäftigten in NRW (15 Tage).

Pflege geht auf die Psyche und das Kreuz

Besonders viele Fehltage in den Pflegeberufen gehen in NRW auf das Konto von psychischen Störungen und Krankheiten des Bewegungsapparats. Während berufsübergreifend im letzten Jahr jeder Beschäftigte durchschnittlich 2,58 Tage wegen einer psychischen Diagnose krankgeschrieben war, beliefen sich die Fehltage in den Pflegeberufen auf 4,58 Tage. Aufgrund von Muskelskeletterkrankungen fehlte jeder Beschäftigte letztes Jahr 2,74 Tage – bei den Menschen in Pflegeberufen waren es 4,90 Tage.

Hoher Anteil an Antidepressiva-Verordnungen

Pflegekräfte in NRW bekamen im vergangenen Jahr auch höhere Arzneimittelmengen verordnet als die Vergleichsgruppe aller Berufstätigen. So erhalten Pflegekräfte mit 310 Tagesdosen pro Kopf 17 Prozent mehr Medikamente (266 Tagesdosen). Beispielsweise wurden 8,9 Prozent der in Pflegeberufen tätigen Männer und Frauen mindestens einmal im Jahr eine Verordnung über Antidepressiva-Medikamente ausgestellt - dagegen stehen 6,2 Prozent der Berufstätigen insgesamt.

Prävention in der Pflege

"Pflege ist anstrengend und belastet die Gesundheit. Arbeitgeber stehen daher vor der Herausforderung, Konzepte zu erarbeiten, die gesündere Arbeitsbedingungen und Entlastung schaffen" so Barbara Steffens, Leiterin der TK Landesvertretung in NRW. Die TK hilft Unternehmen dabei, Prävention in der Pflege zu entwickeln und umzusetzen. Mit dem Förderantrag " Förderantrag "Starke Pflege" (PDF, 3,4 MB) " der TK können Projekte zum Gesundheitsmanagement initiiert und langfristig aufgebaut werden.

Hinweis an die Redaktionen:

In einem Impulspapier hat die TK in NRW Perspektiven für eine höhere Attraktivität und Qualität in der Altenpflege entwickelt (Suchnummer 2067438).

Für den Gesundheitsreport 2019 wertete die TK die Krankschreibungen der rund fünf Millionen bei der TK versicherten Erwerbspersonen aus, darunter knapp 1,25 Millionen aus NRW. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von Arbeitslosengeld I. In  NRW arbeiteten 2018 durchschnittlich 50.000 Berufstätige mit Versicherung bei der TK in einem Pflegeberuf. Der aktuelle Gesundheitsreport für NRW steht online unter tk.de (Suchnummer 2033770).