Erfurt, 23. Juni 2021. Die Menschen in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt fühlten sich durch die Coronapandemie besonders belastet. Das zeigen die Ergebnisse einer bevölkerungsrepräsentativen Forsabefragung im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) aus dem März dieses Jahres, die heute zusammen mit dem TK-Gesundheitsreport 2021 vorgestellt wurden.

Fast sechs von zehn Mitteldeutschen (57 Prozent) sagten, dass die Coronasituation sie stark oder sehr stark belastet. Im bundesweiten Vergleich (Bundesdurchschnitt:42 Prozent) ist das die stärkste gefühlte Belastung, gefolgt von den Menschen in Baden-Württemberg (50 Prozent) und in Norddeutschland (46 Prozent). Bei einer Befragung zu Beginn der Pandemie im Mai 2020 sagten vier von zehn Befragten (42 Prozent) in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt, sie seien stark bzw. sehr stark belastet. Das entspricht einem Anstieg von knapp 36 Prozent.

Beide Eltern voll berufstätig

"Die psychische Belastung ist in Thüringen vermutlich deswegen besonders hoch, weil es vergleichsweise viele Familien gibt, in denen beide Eltern voll berufstätig sind. Darauf deutet zum Beispiel hin, dass Eltern im Freistaat seit Jahren deutlich häufiger Kinderkrankengeld in Anspruch nehmen als anderswo. Kita- und Schulschließungen sorgten also hierzulande für besonderen Druck", sagt Guido Dressel, Leiter der TK-Landesvertretung Thüringen.

"Zudem ist der Freistaat von Handwerksunternehmen und kleineren Firmen geprägt, in denen arbeiten von Zuhause kaum oder nur eingeschränkt möglich ist. Die meisten Thüringerinnen und Thüringer konnten ihre physischen Kontakte also nicht durch Homeoffice reduzieren und sich so vor Ansteckung schützen."

So schlecht fühlt sich Deutsch­land

TK-Infografik zu Belastung durch Corona nach Bundesländern. Quelle: Forsaumfrage im Auftrag der TK, März 2021. Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.
Belastung durch Corona nach Bundesländern. Quelle: Forsaumfrage im Auftrag der TK, März 2021.

Letzteres spiegelt sich auch in den Befragungsergebnissen wider: 81 Prozent der Mitteldeutschen gab an, nicht von Zuhause zu arbeiten. Das ist im Bundesvergleich (Durchschnitt: 67 Prozent) mit Abstand der höchste Anteil.

Angst vor Coronainfektion besonders groß, vor der Impfung jedoch gering

Die Sorge, dass Angehörige oder Freunde an Corona erkranken, treibt die Menschen in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt mehr um als anderswo in der Bundesrepublik. Drei Viertel der befragten Mitteldeutschen gab an, Angst davor zu haben (bundesweit: 60 Prozent). Auch die Angst, selbst an Corona zu erkranken, ist mit einem Drittel der Befragten bundesweit am höchsten. 

Angst vor der Impfung gegen Corona haben dagegen lediglich 10 Prozent der Mitteldeutschen. Bundesweit gaben 17 Prozent diese Sorge an. 

Länder­re­port Thüringen 2021

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Hinweis für die Redaktion

Für den Gesundheitsreport hat die TK die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen und Arzneiverordnungen ihrer 5,4 Millionen erwerbstätigen Versicherten ausgewertet. Dazu zählen sozialversicherungspflichtige Beschäftigte und Empfängerinnen und Empfänger von Arbeitslosengeld I. Den kompletten Gesundheitsreport gibt es zusammen mit vielen Grafiken auf dem Presseportal der TK.

Für die Befragungen wurden jeweils im Mai 2020 und März 2021 bevölkerungsrepräsentativ 1.000 Menschen vom Meinungsforschungsinstitut Forsa bundesweit telefonisch zu ihrer Belastung durch Corona befragt.