Stuttgart, 21. Juni 2019. Hautkrebs ist mit 270.000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebserkrankung in Deutschland. Bei jeder siebten Erkrankung handelt es sich um ein sogenanntes malignes Melanom, den gefährlichen schwarzen Hautkrebs. Allein in Baden-Württemberg waren im Jahr 2017 über 26.000 gesetzlich Krankenversicherte vom schwarzen Hautkrebs betroffen, nur in Bayern und Nordrhein-Westfalen wurden mit rund 33.000 und 48.000 Erkrankten noch mehr Betroffene gezählt.

Die höchsten Quoten im Verhältnis zur Einwohnerzahl wurden in Hessen, Niedersachsen und Thüringen registriert. Baden Württemberg liegt hier mit 342 Betroffenen pro 100.000 Versicherten im Mittelfeld. Das zeigt der aktuelle Hautkrebsreport der Techniker Krankenkasse (TK).

Früherkennung wird zu wenig genutzt

Bundesweit geht jeder Fünfte zur Früherkennung. In Baden-Württemberg nutzten mit 19,2 Prozent etwas weniger berechtigte Versicherte das gesetzliche Hautkrebsscreening. Dessen Kosten übernehmen die Krankenkassen ab einem Alter von 35 Jahren alle zwei Jahre, die TK bereits ab dem Alter von 20 Jahren.

Die höchste Inanspruchnahme wurde mit 21,8 Prozent in Sachsen dokumentiert, Schlusslicht sind die Berliner mit 15,6 Prozent. Zahlen, mit denen man laut Andreas Vogt, Leiter der  TK-Landesvertretung Baden-Württemberg, nicht zufrieden sein kann: "Auch wenn im Vergleich zu früher ein gesteigertes Bewusstsein in der Öffentlichkeit vorhanden ist, gibt es in Sachen Prävention und Früherkennung offenbar noch Handlungsbedarf."

Nur gut geschützt in die Sonne gehen

UV-Strahlung gehört zu den wichtigsten Risikofaktoren für Hautkrebs. Im Laufe eines Lebens addieren sich die Sonnenbestrahlungen und -belastungen, so dass nur das Vermeiden übermäßiger UV-Strahlung und ein konsequenter Lichtschutz durch Kleidung und Sonnencreme das Risiko einer Hautkrebserkrankung verringern können.

Da der Hautkrebs 20 bis 30 Jahre benötigt, um sich zu entwickeln, steigt das Erkrankungsrisiko mit dem Alter. Besonders betroffen ist die Altersgruppe der 75- bis 79-Jährigen; von ihnen erkranken im Durchschnitt 843 von 100.000 Versicherten. Bei den 20- bis 24-Jährigen sind es 41 von 100.000 Versicherten. 

Diagnose wird leichter mit Hilfe von KI

Moderne Technik wird Ärzte künftig dabei unterstützen, bösartige Hautveränderungen noch zuverlässiger zu diagnostizieren. Computersysteme werten Fotobefunde verdächtiger Hautstellen in Echtzeit aus und helfen dem Arzt bei der Diagnosestellung. "Bereits in wenigen Jahren werden uns qualitativ hochwertige Apps zur Verfügung stehen, die auch von Versicherten zur Früherkennung von Hautkrebs genutzt werden können", ist Vogt überzeugt.