Frankfurt am Main, 26. Mai 2020. Während der Corona-Krise ist der Krankenstand in Hessen aufgrund von Atemwegserkrankungen erheblich gestiegen. Die Spitze der Krankmeldungen wurde im März erreicht: Während in der 12. Kalenderwoche im vergangenen Jahr 4,6 Prozent der Arbeitnehmer krankgeschrieben waren, waren es im laufenden Jahr 6,7 Prozent (2018: 5,1 Prozent). Krankmeldungen aufgrund der Diagnose Covid-19-Infektionen spielten dabei allerdings eine sehr untergeordnete Rolle. Das geht aus einer aktuellen Analyse von Versichertendaten der TK in Hessen hervor. 

Bundesweit gab es in diesem Frühjahr zwischen Ende März und Anfang April die höchsten Meldungen von erkrankungsbedingten Arbeitsunfähigkeiten seit Beginn der Gesundheitsberichterstattung der Techniker Krankenkasse (TK) im Jahr 2000. In den vergangenen Jahren hat die TK jährlich wechselnd stärker und schwächer ausgeprägte Erkältungswellen verzeichnet. Eine Ausnahme waren sehr hohe Arbeitsunfähigkeiten während der heftigen Grippe- und Erkältungswelle in der Saison 2017/18. Noch deutlich höhere Arbeitsunfähigkeiten hat die TK jetzt ab Mitte März im Zuge der Corona-Krise festgestellt. 

Aus Sicht der TK in Hessen stehen die hohen AU-Daten indirekt dennoch mit der Corona-Pandemie im Zusammenhang. "Aufgrund der bundesweiten Empfehlungen haben im März vermutlich viele Arbeitgeber ihre Mitarbeiter sensibilisiert, bei Erkältungssymptomen lieber nicht ins Büro zu kommen. Daher sind viele Berufstätige offenbar zur Sicherheit zu Hause geblieben, um eine Ansteckung von Arbeitskollegen möglichst zu vermeiden", sagt Dr. Barbara Voß, Leiterin der TK-Landesvertretung Hessen. 

Hintergrund

Für die Sonderauswertung zur den Arbeitsunfähigkeiten im Frühjahr 2020 hat die TK die Arbeitsunfähigkeitsdaten ihrer derzeit rund 5,3 Millionen versicherten Erwerbspersonen, darunter 481.914 Erwerbspersonen aus Hessen, von 1. Januar bis Mitte Mai 2020 ausgewertet. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von ALG-I.