Erfurt, 18. Januar 2021. In Thüringen wurden 2020 deutlich weniger Fälle von Infektionskrankheiten gemeldet als ein Jahr zuvor. Das berichtet die Techniker Krankenkasse (TK) und beruft sich dabei auf Daten des Robert Koch-Instituts (RKI).

"Natürlich lassen sich die geringeren Fallzahlen bei anderen Infektionen nicht allein mit Maßnahmen der Corona-Pandemiebekämpfung begründen", sagt Guido Dressel, Leiter der TK-Landesvertretung Thüringen. "Die Hygienemaßnahmen und Kontaktbeschränkungen haben jedoch sicherlich zu diesem Rückgang beigetragen."

Dreimal weniger Norovirus, 60 Prozent weniger Grippe

Besonders deutlich wird der Rückgang bei Magen-Darm-Erkrankungen: 2019 wurden im Freistaat knapp 6.000 Norovirus-Infektionen gemeldet. 2020  waren es rund 1.700. Die Rotavirus-Meldungen sind von rund 3.100 auf rund 500 zurückgegangen. 

Auch Grippefälle gab es deutlich weniger: 2020 wurden in Thüringen rund 9.400 Fälle gemeldet. Im Jahr zuvor waren es 15.700 Influenza-Meldungen. Keuchhusten trat 2020 (256 Meldungen) etwa dreimal seltener auf als 2019 (863 Meldungen).

Mehr FSME gemeldet

Nur bei einer der vom RKI betrachteten Infektionskrankheiten gab es mehr Meldungen. Die von Zecken übertragene Hirnhautentzündung FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) wurde vergangenes Jahr in Thüringen 17 Mal gemeldet. 2019 gab es acht Fälle.

"Auch hier kann man sicherlich einen Teil der Erklärung auf die Pandemie zurückführen: Mangels Alternativen haben sich die Menschen 2020 häufiger in der freien Natur bewegt. Eben dort, wo Zecken ihren Lebensraum haben", sagt Dressel. 

Infektionszahlen nach Daten des RKI

Norovirus-

Gastroenteritis

Rotavirus-

Gastroenteritis

Influenza

Keuchhusten

Windpocken

FSME

2020

1.741

477

9.369

256

174

17

2019

5.971

3.083

15.714

863

534

8