München, 5. September 2021. Von Januar bis Ende Juni 2021 betrug der Krankenstand der bei der Techniker Krankenkasse (TK) in Bayern versicherten Erwerbspersonen 3,22 Prozent. Das ist so niedrig wie seit Jahren nicht mehr. In den Vorjahreszeiträumen lag er bei 3,77 (2020), 3,75 (2019) beziehungsweise 3,84 Prozent (2018). Damit fehlte eine bayerische Erwerbsperson im ersten Halbjahr 2021 durchschnittlich 5,9 Tage am Arbeitsplatz. 2020 waren es noch 6,9 in den Jahren davor 6,8 und 7,0 Tage gewesen.

Weniger Erkältungskrankheiten

Hauptgrund für den Rückgang ist die starke Abnahme von Fehltagen wegen Erkältungskrankheiten. Während in den ersten beiden Quartalen 2020 noch 1,4 Fehltage auf Krankheiten des Atmungssystems entfielen, waren es dieses Jahr durchschnittlich nur 0,5 Tage. Vor Corona sorgten im Winter und Frühjahr Husten, Schnupfen und Halsschmerzen traditionell für einen Anstieg der Krankmeldungen. Christian Bredl, Leiter der TK in Bayern: "Die meisten Beschäftigten halten sich an Abstands- und Hygieneregeln. Hinzu kommt eine Entlastung durch das Home-Office, das zu deutlich weniger Ansteckungen beispielsweise durch die Fahrt in öffentlichen Verkehrsmitteln führt."

Die meisten Fehltage entfielen 2021 wie im ersten Halbjahr 2020 auf psychische Erkrankungen (1,3 Tage je Erwerbstätigen/ Vorjahr 1,2 Tage). Aber auch Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems spielten im ersten Halbjahr 2021 mit 1,1 Fehltagen (Vorjahr ebenfalls 1,1 Tage) pro Erwerbsperson eine größere Rolle. COVID-19-Diagnosen im ambulanten Bereich machten mit durchschnittlich 0,07 Fehltagen nur einen geringen Anteil aus.

Digitale Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

Bredl hat noch einen weiteren positiven Ausblick für die Arbeitgeber. Ab 1. Oktober kann die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung digital direkt aus der Software der Arztpraxen sicher verschlüsselt an die Krankenkassen gesendet werden. Die digitale Übermittlung der sogenannten eAU an den Arbeitgeber ist ab 1. Juli 2022 geplant. "Weniger Papierbescheinigungen und keine Konflikte mehr ob eine AU-Bescheinigung rechtzeitig vorlag oder nicht, entlastet die Betriebe von Bürokratie", sagt Bredl. "Das zeigt, welche Vorteile es für alle Beteiligten bringt, wenn die Digitalisierung konsequent umgesetzt wird", so der TK-Leiter weiter. 

Hinweis für die Redaktion

Für die aktuelle Auswertung hat die TK die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ihrer rund 760.000 versicherten Erwerbspersonen aus Bayern ausgewertet. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von Arbeitslosengeld I. Der Krankenstand ist eine betriebswirtschaftliche Größe. Darunter versteht man den prozentualen Anteil der Fehltage zur Sollarbeitszeit von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern aufgrund einer Krankschreibung.