Dresden, 4. Februar 2021. Der Krankenstand ist in Sachsen im letzten Jahr im Vergleich zu den Vorjahren leicht gesunken. Er betrug bei der Techniker Krankenkasse (TK) in Sachsen 4,2 Prozent und liegt leicht unter dem Wert von 4,29 Prozent im Jahr 2019 und 4,28 Prozent im Jahr 2018. "Sachsen steht damit im bundesweiten Vergleich genau in der Mitte", sagt Katrin Lindner, Sprecherin der TK-Landesvertretung Sachsen. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 4,13 Prozent. Am höchsten ist der Krankenstand mit 5,41 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern und am niedrigsten mit 3,38 Prozent in Baden-Württemberg. 

Die TK-versicherten Sachsen waren im Jahr 2020 durchschnittlich 15,3 Tage krankgeschrieben. Verglichen mit dem Vorjahr brauchten sie jedoch länger, um nach einer Krankheit wieder gesund zu werden. Die Krankheitsdauer je Fall hat sich von 12,3 Tagen im Jahr 2019 auf 14 Tage im Jahr 2020 erhöht. "Es zeigt sich, dass die Sachsen bundesweit die kürzeste Krankheitsdauer haben, sie werden also am schnellsten wieder fit", so Lindner. Im Bundesdurchschnitt sind es pro Krankheitsfall 15,6 Tage. 

Mehr psychische Diagnosen

Die meisten Fehlzeiten 2020 gingen auf das Konto psychischer Erkrankungen. Wie bereits in den Vorjahren ist der Krankenstand aufgrund psychischer Diagnosen wie zum Beispiel Depressionen oder Angststörungen im letzten Jahr angestiegen. Statistisch gesehen fehlte wegen psychischen Diagnosen somit jeder sächsische TK-Versicherte durchschnittlich 3,04 Tage krankheitsbedingt am Arbeitsplatz. Der bundesweite Wert liegt bei 2,98 Tagen.  

Extremwerte im März und Juni

Das gesamte Jahr 2020 betrachtet, verzeichnet die TK im März den höchsten Krankenstand seit 20 Jahren. Mit 6,06 Prozent liegt er in Sachsen in diesem Monat höher als in den Jahren zuvor. 2019 lag er im März bei 4,85 Prozent und auch 2018, als die Fehlzeiten aufgrund einer großen Grippewelle angestiegen sind, lag er im März darunter, nämlich bei 5,8 Prozent. 

Der bislang höchste Tageswert im zwanzigjährigen Beobachtungszeitraum wird am 20. März 2020 mit 8,06 Prozent erreicht. Die neue Diagnose Covid-19 spielt bei den Krankschreibungen jedoch nur eine untergeordnete Rolle. Covid-19 war in Sachsen im März 2020 für gerade einmal 0,09 Prozent des gesamten Krankenstands verantwortlich. Im April 2020 ist der Gesamtkrankenstand unter Berücksichtigung aller Diagnosen sehr stark zurückgegangen. Am 1. Juni 2020 sank er im Freistaat auf einen langjährigen Tiefstwert von 2,79 Prozent. Auch im weiteren Verlauf des Jahres 2020 blieb der Krankenstand unter dem Niveau der Vorjahre.  

Hinweis für die Redaktion

Die Zahlen stammen aus Vorabdaten des TK-Gesundheitsreports 2021. Ausgewertet wurden Daten zu Arbeitsunfähigkeiten von TK-versicherten Erwerbspersonen (Berufstätige und ALG I Empfänger). Der Krankenstand gibt den prozentualen Anteil der Versicherungszeiten bei Beschäftigten an, die diese Erwerbspersonen aus gesundheitlichen Gründen mit ärztlicher Bescheinigung arbeitsunfähig gemeldet waren.