Kiel, 1. September 2021. Mit 4,2 Prozent ist der Krankenstand in Schleswig-Holstein im ersten Halbjahr 2021 so niedrig wie seit vielen Jahren nicht mehr. Das geht aus einer aktuellen Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK) hervor. Zum Vergleich: In den Vorjahreszeiträumen lag der Krankenstand der bei der TK versicherten Erwerbspersonen in Schleswig-Holstein bei 4,8 Prozent (2020 und 2019) und bei 4,9 Prozent (2018). Damit blieben die Erwerbstätigen Schleswig-Holsteiner im ersten Halbjahr 2021 durchschnittlich 7,6 Tage krankheitsbedingt zu Hause. Das sind knapp zwei Tage weniger als im ersten Halbjahr 2018 (9 Tage).

Erkältungsbedingte Fehlzeiten haben sich mehr als halbiert

"Der Rückgang der krankheitsbedingten Fehltage lässt sich vor allem damit erklären, dass weniger Schleswig-Holsteiner aufgrund von Erkältungskrankheiten krankgeschrieben waren", erläutert Sören Schmidt-Bodenstein, Leiter der TK-Landesvertretung in Schleswig-Holstein. Im Schnitt entfielen im ersten Halbjahr 2021 0,5 Fehltage auf das Konto von Grippe und Erkältungen. Zum Vergleich: 2020 waren es im Vergleichszeitraum 1,5 Tage, 2019 1,4 Tage und 2018 1,8 Tage. "Damit haben sich die erkältungsbedingten Fehlzeiten im Vergleich zu den Vorjahren mehr als halbiert. Ein zentraler Grund hierfür sind die pandemiebedingten AHA-Regeln und das Maskentragen, wodurch auch andere Infektionserreger eingedämmt werden", so Schmidt-Bodenstein.

Viele Fehltage aufgrund psychischer Diagnosen

Statistisch gesehen war jeder bei der TK versicherte Erwerbstätige aus Schleswig-Holstein im ersten Halbjahr 2021 und 2020 1,8 Tage aufgrund einer psychischen Diagnose wie Depressionen oder Angststörungen krankgeschrieben. Zum Vergleich: 2019 waren es 1,7 Tage und 2018 1,6 Tage. "Einen direkten Zusammenhang mit der Pandemie lässt sich hier aber nicht unbedingt ablesen. Denn die Krankheitstage aufgrund psychischer Erkrankungen nehmen seit Jahren zu", erklärt Schmidt-Bodenstein.

Covid-19-Diagnosen spielen eine untergeordnete Rolle

Die Krankschreibungen aufgrund der Diagnose Covid-19 spielen eine eher untergeordnete Rolle im Vergleich zu den anderen Erkrankungen. Nur 0,06 Fehltage gingen in Schleswig-Holstein im ersten Halbjahr 2021 auf das Konto von COVID-19-Diagnosen.

Hinweis für die Redaktion

Für die aktuelle Auswertung hat die TK die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ihrer rund 5,4 Millionen versicherten Erwerbspersonen, davon ca. 250.500 in Schleswig-Holstein, ausgewertet. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von Arbeitslosengeld I. Stand August 2021.
Der Krankenstand ist eine betriebswirtschaftliche Größe. Darunter versteht man den prozentualen Anteil der Fehltage zur Sollarbeitszeit von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern aufgrund einer Krankschreibung.