Saarbrücken, 10. Februar 2021. Entgegen dem Bundestrend sind die krankheitsbedingten Fehlzeiten saarländischer Erwerbstätiger im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. So betrug der Krankenstand für das Jahr 2020 der bei der Techniker Krankenkasse (TK) versicherten Erwerbspersonen im Saarland 4,96 Prozent (4,13 bundesweit). 2019 lag er noch bei 4,84 Prozent (4,22). Dementsprechend war eine TK-versicherte Erwerbsperson im vergangenen Jahr durchschnittlich 18,1 Tage (15,1) krankgeschrieben. Im Jahr 2019 waren es noch 17,7 Tage (15,4) gewesen. In allen anderen Bundesländern sind die Zahlen dagegen gesunken. Das zeigt eine aktuelle Vorabauswertung des TK-Gesundheitsreports 2021.

Psychische Erkrankungen weiter auf dem Vormarsch

Dabei sank die Zahl der Krankschreibungen an der Saar von durchschnittlich 1,17 pro Erwerbsperson und Jahr auf 1,01, die Dauer nahm dafür zu. Das könnte an der erneuten Zunahme von psychischen Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen liegen, die häufig eine längere Ausfallzeit verursachen. 2020 fiel eine Erwerbsperson im Schnitt 3,9 Tage wegen einer solchen Diagnose aus - Höchstwert für das Saarland. Im Vorjahr waren es noch 3,5 Tage gewesen. Das bedeutet einen Anstieg um 12,4 Prozent.

"Wir beobachten bereits seit Jahren, dass Krankschreibungen aufgrund psychischer Diagnosen zunehmen - auch schon vor der Corona-Pandemie. Der diesjährige Anstieg ist aber auffällig. Mittlerweile sind diese Diagnosen für knapp 22 Prozent aller Fehltage im Saarland verantwortlich", erklärt Stefan Groh, Leiter der TK-Landesvertretung im Saarland, und ergänzt: "Selbst Erkältungskrankheiten und Rückenbeschwerden kommen nicht an diese Werte heran." Das könne auch an der psychischen Belastung durch die Corona-Pandemie und die Lockdowns liegen, so Groh weiter.

Die Zahl der Fehltage durch Muskel-Skelett-Erkrankungen und Krankheiten der Atemwege ist im Saarland dagegen nur leicht gestiegen. Durchschnittlich fehlte eine saarländische Erwerbsperson 3,2 Tage aufgrund von Diagnosen wie Rückenbeschwerden und 2,6 Tage wegen Erkältungskrankheiten. 2019 waren es noch 3,1, beziehungsweise 2,57 Tage gewesen. Damit machen diese drei Diagnosen mehr als die Hälfte aller Fehltage im Saarland aus.

Covid-19 spielt eine eher untergeordnete Rolle

Die Krankschreibungen aufgrund der Diagnose Covid-19 spielen deutschlandweit eine eher untergeordnete Rolle im Vergleich zu den anderen Erkrankungen. Insgesamt verzeichnete die TK im letzten Jahr rund 5,3 Millionen Krankschreibungen, davon 26.833 aufgrund von Covid-19. 

Hinweis für die Redaktion

Die Zahlen stammen aus den Vorabdaten des TK-Gesundheitsreports 2021. Grundlage dafür bilden die rund 46.000 bei der TK versicherten Erwerbstätigen im Saarland (Berufstätige und ALG 1-Empfänger), Stand Januar 2021. 

Der Krankenstand ist eine betriebswirtschaftliche Größe. Darunter versteht man den prozentualen Anteil der Fehltage zur Sollarbeitszeit von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern aufgrund einer Krankschreibung. 

Unter Fehltagen versteht man die Krankheitstage aufgrund von Krankschreibungen.