Erfurt, 4. Februar 2019. Der Krankenstand in Thüringens Betrieben hängt vor allem davon ab, wie stark die Erkältungswelle im Winter ausfällt.

Für 2018 meldet die Techniker Krankenkasse (TK) in Thüringen einen nahezu unveränderten Krankenstand von 4,98 Prozent (+0,03 Prozent), der über dem Bundesdurchschnitt liegt (4,23 Prozent).

Laut den Vorabdaten des TK-Gesundheitsreports 2019 waren Thüringer Erwerbspersonen im vergangenen Jahr durchschnittlich 18,2 Tage krankgeschrieben. Auch hier zeigt sich nur wenig Veränderung zum Vorjahr (18,1), allerdings waren es deutlich mehr Tage als in den anderen Bundesländern (15,5).

Statistisch waren die TK-Versicherten im Freistaat 1,46 Mal pro Kopf krankgeschrieben – der dritthöchste Wert hinter Mecklenburg-Vorpommern (1,52) und Sachsen-Anhalt (1,5).

Die meisten Fehltage erkältungsbedingt

Die meisten Krankschreibungen in Thüringen gingen auf das Konto von Erkältungskrankheiten. "In 2018 wurde gut jeder fünfte AU-Tag durch Schnupfen, Grippe und Co. verursacht", sagt Guido Dressel, Leiter der TK-Landesvertretung Thüringen. Das entspricht einem Anstieg von über zehn Prozent bei den Atemwegserkrankungen. 

Es ist schwer, sich vor Atemwegserkrankungen zu schützen: "Natürlich kann man das Immunsystem stärken, zum Beispiel durch Sport. Auch Hygienemaßnahmen erschweren die Übertragungswege. Sollte man sich trotzdem erkälten gilt vor allem: Gut auskurieren!", erklärt Dressel.

Auch Rücken und seelische Probleme oft Ursache für Arbeitsunfähigkeit

Anders sieht es bei lebensstil- oder arbeitsbedingten Erkrankungen aus. Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenschmerzen sowie psychische Störungen gehören mit 3,1 bzw. 2,8 AU-Tagen pro Kopf ebenfalls zu den Hauptursachen von Krankschreibungen in Thüringen. Bei Beschwerden, die auf Bewegungsmangel zurückgehen oder durch Stress verursacht werden, sollten Arbeitgeber und Beschäftigte aktiv nach Lösungen suchen: "Eine ungesunde Arbeitskultur erhöht das Risiko für chronische Krankheiten und langfristige Abwesenheiten",  sagt Guido Dressel.

Hinweis für die Redaktionen

Die Zahlen stammen aus Vorabdaten des TK-Gesundheitsreports 2019, der im Frühjahr erscheint. Grundlage bilden die bei der TK versicherten Erwerbspersonen. Dazu gehören sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sowie Empfänger des Arbeitslosengeldes I. Der Gesundheitsreport 2018 sowie die Berichte der Vorjahre sind unter www.tk.de/gesundheitsreport verfügbar.