Hamburg, 14. September 2020. Die Corona-Pandemie hat Mitte März eine Welle an Krankmeldungen in Hamburg ausgelöst. Mit einem Krankenstand von 6,5 Prozent unter den bei der Techniker Krankenkasse (TK) versicherten Erwerbspersonen sorgte die Pandemie-Situation für einen außergewöhnlichen Höchststand. Im Vergleich: 2019 betrug der Krankenstand in Hamburg für diesen Zeitraum 4,42 Prozent, im Jahr 2018 waren es 4,78 Prozent. Bereits im April sank der Krankenstand jedoch wieder merklich und pendelte sich mit 3,5 Prozent sogar unter Vorjahresniveau ein (3,73 Prozent). Die Zahlen für Mai und Juni bestätigen diesen Trend: So waren Ende Juni nur noch 3,48 Prozent der TK-versicherten Erwerbstätigen in Hamburg krankgeschrieben. Das geht aus einer aktuellen Analyse von Versichertendaten der TK hervor.

Abstands- und Hygieneregeln könnten Erklärung sein

"Eine mögliche Erklärung könnte sein, dass sich wegen der aktuellen Abstands- und Hygieneregeln insgesamt weniger Krankheitserreger ausgebreitet haben", sagt Maren Puttfarcken, Leiterin der TK-Landesvertretung Hamburg. "Weiterhin zeigt sich, dass die Arbeitnehmer sehr verantwortungsvoll mit der Möglichkeit umgegangen sind, sich telefonisch maximal zwei Wochen krankschreiben zu lassen." 

Covid-19-Diagnosen spielen als Ursache für den hohen Anstieg des Krankenstands Mitte März eine eher untergeordnete Rolle. Puttfarcken: "Lediglich bei 0,06 Prozent der TK-versicherten Erwerbspersonen in Hamburg war Mitte März eine Covid-19-Diagnose die Ursache für eine Krankschreibung. Ende Juni gab es keine Krankschreibung aufgrund von Covid-19."

Digitalisierungsschub durch Corona-Pandemie  

Die Nutzung von digitalen Tools hat in der Corona-Pandemie deutlich zugenommen. Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der TK gaben 57 Prozent der Befragten in Norddeutschland an, Telefon- und Videokonferenzen häufiger zu nutzen als vor der Pandemie. "Wie hilfreich die Digitalisierung auch für die ambulante Versorgung sein kann, zeigt die Möglichkeit der Videosprechstunde. Mit Blick auf die anstehende Grippewelle könnten Online-Sprechstunden dazu beitragen, das Infektionsrisiko zu vermindern", so Maren Puttfarcken. "Das ist auf jeden Fall eine positive Entwicklung in dieser schwierigen Situation."

Hinweis an die Redaktion

Für eine Sonderauswertung zur Arbeitsunfähigkeit im ersten Halbjahr 2020 hat die TK die Arbeitsunfähigkeitsdaten ihrer derzeit rund 5,3 Millionen versicherten Erwerbspersonen, darunter rund 245.000 aus Hamburg, von 1. Januar bis Ende Juni 2020 ausgewertet. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von ALG-I. 

Krankenstand: Der auf Basis von Kassendaten berechnete Krankenstand entspricht dem prozentualen Anteil der Arbeitsfehlzeiten von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern aufgrund von Krankmeldungen.