Dresden, 13. Juli 2020. Für mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Erwerbstätigen in Sachsen ist während der Corona-Krise der Arbeitsalltag stressiger geworden. Das zeigt eine repräsentative Forsa-Umfrage vom Mai 2020 im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK). Im gesamten Bundesgebiet empfinden nur 38 Prozent der Befragten mit Job den Arbeitsalltag im Lockdown belastender. Am wenigsten stressig bewerteten diese Zeit Berufstätige in Berlin und Brandenburg (16 Prozent). 

Noch deutlicher äußern sich Eltern mit Kindern. In Sachsen sagen 71 Prozent der Umfrageteilnehmer, dass die Kita- und Schulschließungen für sie eine große Herausforderung darstellen. Im bundesweiten Vergleich trifft dies nur auf 56 Prozent zu. Laut Statistischem Bundesamt (Mikrozensus, 2018) erreicht Sachsen mit 64,6 Prozent die höchste Beschäftigungsquote von Frauen in Deutschland.  

Dreifachbelastung

"Die hohe Erwerbstätigkeit von Frauen ist ein Grund, warum sich die Ergebnisse von anderen Bundesländern deutlich unterscheiden. Familien sahen sich in der Krisenzeit einer Dreifachbelastung ausgesetzt, mussten oftmals Homeoffice und familiäre Verpflichtungen unter einen Hut bringen und noch dazu die Ausnahmesituation bewältigen", erklärt Simone Hartmann, Leiterin der TK in Sachsen.

Die Umfrage zeigt, dass sich die Sachsen mehr Sorgen während Corona machen als der Bundesdurchschnitt. Während bundesweit 50 Prozent der Befragten Angst vor einem wirtschaftlichen Zusammenbruch haben, sind es in Sachsen 60 Prozent. Auch glauben 83 Prozent der sächsischen Umfrageteilnehmer (bundesweit 76 Prozent), dass in Folge der Corona-Pandemie Steuern und Sozialabgaben steigen. Für Hartmann sind die höheren Prozentsätze nachvollziehbar: "Wie sich wirtschaftlicher Zusammenbruch persönlich auswirkt, haben wir bereits bei der politischen Wende erlebt. Corona ist für viele unmittelbar mit Existenzangst verbunden."

Physische und Psychische Belastungen

Kurzarbeit ist in Mitteldeutschland (Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt) stärker ausgeprägt. Ein Viertel der Interviewten (24 Prozent) gibt im Zusammenhang mit der Umfrage an, persönlich betroffen zu sein. Bundesweit liegt die Zahl bei 13 Prozent. 

Zusätzliche physische und psychische Belastungen führen zu dem Ergebnis, dass sich jeder dritte befragte Sachse (35 Prozent) erschöpft und ausgebrannt fühlt, im Bundesdurchschnitt ist dies bei jedem Vierten (25 Prozent) der Fall.

Hintergrund für die Redaktion

Im Mai 2020 befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrage der TK mehr als 1.000 Personen in Deutschland zu Auswirkungen der Corona-Pandemie. Die Befragten repräsentieren einen Querschnitt der volljährigen Bevölkerung in Deutschland.