Bremen, 18. September 2018. 84 Prozent der Menschen in Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern können sich vorstellen, ihre Eltern oder den Lebenspartner mehrere Stunden pro Woche zu pflegen. Das geht aus dem "Meinungspuls Pflege" der Techniker Krankenkasse (TK) hervor.  

Von den Berufstätigen, die sich die Pflege von nahen Angehörigen vorstellen können, würden viele auch im Job kürzer treten: 50 Prozent wären bereit, die wöchentliche Arbeitszeit zu reduzieren, 15 Prozent eine Auszeit zu nehmen und 2 Prozent sogar den Job ganz aufzugeben.

Bereitschaft zur körperlichen Pflege geringer

Unterschiede gibt es allerdings bei der Frage, welche Pflegetätigkeiten für die Befragten vorstellbar wären. Generell ist die Bereitschaft zur körperlichen Pflege geringer als etwa zur Hilfe im Haushalt: Von den Befragten in Norddeutschland wären 51 Prozent dazu bereit, den Pflegebedürftigen Inkontinenzvorlagen zu wechseln oder die Bettpfanne zu leeren. Dagegen können sich 96 Prozent vorstellen, Zeit mit den Angehörigen zu verbringen. 

Wenn es um die eigene Pflege geht, wollen 87 Prozent der Befragten am liebsten zu Hause gepflegt werden. 69 Prozent können sich vorstellen, in einer Wohngemeinschaft zu leben. 45 Prozent würden sich bei Angehörigen in deren Zuhause pflegen lassen wollen. 

Pflegende Angehörige unterstützen

"Pflege ist eine Herausforderung für den Einzelnen und die Gesellschaft. Wir müssen sie deshalb auf breite Schultern stellen", so Sören Schmidt-Bodenstein, Leiter der TK-Landesvertretung Bremen. "Neben Schulungen, Verhinderungspflege und Unterstützung durch professionelle Pflegekräfte kann auch die Digitalisierung dazu beitragen, pflegende Angehörige zu entlasten. Die Pflegeversicherung sollte Smart-Home-Lösungen, wie Sturzsensoren oder altersgerechte Assistenzsysteme, berücksichtigen, damit digitale Helfer in der Pflege häufiger zum Einsatz kommen. So könnten Pflegebedürftige länger selbstbestimmt und sicher in der eigenen Wohnung leben."

Für die häusliche Pflege wurde in diesem Jahr der TK-Pflege-Coach entwickelt. Dieser bietet die Möglichkeit, sich zu Hause schnell, unkompliziert und nach eigenem Zeitplan zu informieren. 

Hinweis an die Redaktion

Im Auftrag der TK hat Forsa im April 2018 für den TK-Meinungspuls Pflege bevölkerungsrepräsentativ Menschen in Deutschland zum Thema Pflege befragt. Unter www.tk.de stehen weitere Ergebnisse (Webcode 987704) und Presseinfografiken (Webcode 658410) zur Verfügung.