Hamburg, 13. Juli 2020. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie hatten weitreichende Folgen für den Lebensalltag der Hamburgerinnen und Hamburger. Das wirkt sich auch auf die psychische Gesundheit aus: Fast 40 Prozent der Norddeutschen fühlten sich im Mai 2020 sehr stark oder stark durch die damalige Corona-Situation belastet. 45 Prozent der Menschen im Norden fühlten sich wenig und 16 Prozent überhaupt nicht belastet. Das ergab eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK).

"Bei der Frage des persönlichen Stresspegels in der Corona-Krise zeigte sich der Norden gespalten. Die Hälfte fühlte sich häufig oder manchmal gestresst, die andere Hälfte selten bis nie", sagt Maren Puttfarcken, Leiterin der TK-Landesvertretung Hamburg. In der Umfrage wurden die Menschen im Norden auch danach gefragt, welche Einschränkungen für sie am gravierendsten waren beziehungsweise welche Ängste und Herausforderungen sie belasteten. Besonders fehlte den Menschen in Norddeutschland der persönliche Kontakt: Mehr als drei von vier Befragten (77 Prozent) vermissen persönliche Treffen mit Verwandten und Freunden. Die Angst, dass Angehörige oder Freunde an Corona erkranken, belasteten 61 Prozent der Norddeutschen und knapp genauso viele (59 Prozent) empfanden die Kita- bzw. Schulschließungen als eine große Herausforderung für die Familie. 

Jeder Fünfte empfand das Leben als stressfreier und ruhiger 

"Überrascht hat uns, dass jeder fünfte Befragte im Norden (22 Prozent) das Leben als stressfreier und ruhiger empfunden hat. 40 Prozent sahen keinen Unterschied zur Zeit vor der Pandemie, 38 Prozent bewerteten den Alltag als anstrengender", so Puttfarcken. Die Menschen im Norden haben mit unterschiedlichen Strategien auf den Lockdown reagiert. "Mehr als jeder Zweite (51 Prozent) telefonierte häufiger mit Familie und Freunden. Am zweithäufigsten (47 Prozent) gaben die Befragten an, dass sie häufiger in Haus, Garten oder auf dem Balkon gearbeitet oder gebastelt haben. Aufgeschobene To-Dos - wie Keller aufräumen oder Papierkram erledigen - liegen auf Platz drei der meistgenannten Antworten (46 Prozent). Das ist Zeit, die wir uns im normalen Alltag manchmal nicht nehmen", so Puttfarcken.

Hinweis an die Redaktion

Für die Umfrage zur Corona-Situation befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Zeitraum vom 13. bis 26. Mai 2020 bevölkerungsrepräsentativ 1.000 Menschen. 
Die Zahlen für Norddeutschland beziehen sich auf die Bundesländer Hamburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.