Hamburg, 18. Juni 2020. 86 Prozent der Norddeutschen schlafen an gewöhnlichen Arbeitstagen sechs Stunden pro Tag oder länger. Damit liegen sie im Ländervergleich auf Platz 1 - gefolgt von Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland (84 Prozent) sowie Nordrhein-Westfalen und Baden-Würtemberg (jeweils 82 Prozent). Nur jeder siebte Norddeutsche bleibt mit maximal fünf Stunden Schlaf deutlich unter dem von Gesundheitsexperten empfohlenen Minimum von sechs Stunden. Das zeigt eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK), die im Dezember 2019 - also noch vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie - durchgeführt wurde. 

Trotzdem sagt nur gut die Hälfte (54 Prozent) der Befragten, dass sie insgesamt gut oder sogar sehr gut schläft. Die häufigsten Probleme zeigen sich beim Durchschlafen - davon sind fast 50 Prozent der Norddeutschen betroffen. Zudem gibt jeweils ein Viertel der Norddeutschen an, entweder Probleme beim Einschlafen zu haben oder zu früh aufzuwachen und bis zum Aufstehen wach im Bett zu liegen. "Wer dauerhaft nicht erholsam oder zu wenig schläft, kann krank werden und gefährdet damit seine eigene Gesundheit. Ebenso können die Fehlerquote im Job und das Unfallrisiko steigen. Der Körper regeneriert sich  beim Schlafen und ist am nächsten Tag wieder leistungsfähig", sagt Maren Puttfarcken, Leiterin der TK-Landesvertretung Hamburg. 

Wer dauerhaft nicht erholsam oder zu wenig schläft, kann krank werden und gefährdet damit seine eigene Gesundheit. Ebenso können die Fehlerquote im Job und das Unfallrisiko steigen. Maren Puttfarcken

Corona-Pandemie: Fast jeder Zehnte in Norddeutschland schläft schlechter

Auch die Corona-Pandemie wirkt sich auf den Schlaf aus. Acht Prozent der Norddeutschen schlafen laut einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der TK schlechter als noch vor der Pandemiezeit. Eine große Mehrheit (92 Prozent) verzeichnet hingegen keine Verschlechterung. Für die Umfrage wurden im Mai bevölkerungsrepräsentativ 1.000 Menschen befragt. "Die Umfrage zeigt uns, dass die Corona-Pandemie sich negativ auf den Schlaf und damit indirekt auf die Gesundheit der Menschen auswirken kann. Bei hartnäckigen Schlafproblemen können TK-Versicherte das Online-Schlaftraining Mementor nutzen, um ihren Schlaf zu verbessern", sagt Puttfarcken. 

Das TK-Angebot hilft bei Schlafproblemen unkompliziert und individuell. Der Nutzer dokumentiert seine individuellen Schlafdaten und bekommt dann, genau darauf zugeschnitten, Übungen und Verhaltensempfehlungen vorgeschlagen, die nachweislich zu einer Verbesserung des Schlafs führen. Dazu gehören zum Beispiel regelmäßige Schlafenszeiten und der Verzicht auf schwere Mahlzeiten, koffeinhaltige Getränke und Alkohol vor dem Zubettgehen.

Hinweis für die Redaktion

Für ein Update der 2017 veröffentlichten TK-Schlafstudie " Schlaf gut, Deutschland " hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der TK im Zeitraum vom 4. bis 16. Dezember 2019 einen bevölkerungsrepräsentativen Querschnitt der Erwachsenen in Deutschland befragt. Für das Pandemie-Update wurden zudem im Zeitraum vom 13. bis 26. Mai 2020 bevölkerungsrepräsentativ 1.000 Menschen unter anderem zu ihrem Schlafverhalten befragt.