Bremen, 3. Juli 2020. Gesichtsmaske tragen, häufiges Händewaschen, ausreichend körperlicher Abstand zu Mitmenschen, Homeoffice - die Corona-Pandemie und die mit ihr einhergehenden Abstands- und Hygieneregeln haben unseren Alltag stark beeinflusst. Wie tiefgreifend sind diese Veränderungen? Und welche Chancen liegen in der Telemedizin und bei Apps? Das will ein Team von Forschenden der Jacobs University Bremen mithilfe einer wissenschaftlich fundierten Online-Befragung herausfinden. Jetzt werden noch weitere Teilnehmerinnen und Teilnehmer gesucht, vor allem solche, die Erfahrungen mit und Interesse an Technik haben. Die Techniker Krankenkasse (TK) unterstützt das Projekt.

Mehr als 600 Menschen haben bereits bei der Online-Befragung mitgemacht


Professorin Dr. Sonia Lippke leitet die Studie: "Je mehr Menschen an der Umfrage mitwirken, desto verlässlicher sind die Ergebnisse. Es wäre deshalb schön, wenn möglichst viele teilnehmen würden", sagt Sonia Lippke, Professorin Gesundheitspsychologie und Verhaltensmedizin an der Jacobs University. Die Online-Umfrage läuft seit April 2020. Bisher haben mehr als 600 Menschen teilgenommen. Der Studienzeitraum erstreckt sich über mehrere Monate. Die Befragten werden - nach Einwilligung - nur einmalig online befragt. Die Umfrage nimmt kaum 15 Minuten in Anspruch. Hintergrund ist, dass viele Menschen Erfahrungen mit Einschränkungen, aber auch Chancen gemacht haben. So berichten einige, endlich den Schritt zu mobilem Arbeiten geschafft zu haben, mehr Zeit mit der Familie oder Mitbewohnern zu haben und über Themen nachzudenken, für die sonst kein Raum bleibt. Aber gleichzeitig erleben viele Menschen, dass sich durch die Digitalisierung und Abstandsregeln der übliche Sport erschwert, die Kommunikation und die Stimmung verändert. "Auch wenn wir auf Bevölkerungsebene keine Änderungen, zum Beispiel bei der gefühlten Einsamkeit sehen, so berichten doch viele Menschen, dass ihnen etwas fehlt im Umgang miteinander. Die Frage ist nun, ob es allen Bürgern und Bürgerinnen so geht", meint Prof. Lippke.

Impulse für App-Entwicklung


Auch Dr. Susanne Klein, Leiterin der TK-Landesvertretung Bremen, fordert alle Interessierten zum Mitmachen auf: "Die Corona-Pandemie hat das Leben und die Gewohnheiten vieler Menschen im Land Bremen durcheinander gebracht. Wie stark dabei Regelungen wie Maskenpflicht oder Besuchsverbote und die vermehrte Nutzung von technischen Geräten unsere Gesundheit beeinflussen, ist derzeit noch unklar. Die Antworten der Teilnehmer könnten wichtige Erkenntnisse und Impulse für die Entwicklung von digitalen Lösungen und Apps für das deutsche Gesundheitswesen liefern. Denn erst wenn die konkreten Erfahrungen und die Bereitschaft der Menschen für Digitalangebote bekannt sind, können passgenaue, individuelle Lösungsstrategien entwickelt werden."

Insbesondere soll die Studie Hinweise liefern, wie die Techniknutzung mit gesundheitlichen Belastungen aufgrund der Corona-Pandemie im Zusammenhang stehen. Die Erkenntnisse sollen in die Entwicklung einer App einfließen, die eine gute Kommunikation im Gesundheitswesen unterstützt. Davon sollen alle Beteiligten - Patienten und Patientinnen, Gesundheitsfachpersonal und Begleitpersonen - profitieren.

Teilnahme

Hier geht es zur Befragung: https://www.unipark.de/uc/Umfrage/9c9c/

Die Teilnahme an der Studie ist freiwillig und anonym. Es werden keine Daten erfasst, die einen Rückschluss auf eine konkrete Organisation oder Person ermöglichen. Interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer können noch bis Ende Juli den Fragebogen ausfüllen. Ausführliche Ergebnisse werden im Herbst 2020 von der TK veröffentlicht.

Fragen zur Online-Umfrage beantwortet:

Prof. Dr. Sonia Lippke
E-Mail s.lippke@jacobs-university.de