Schwerin, 11. Dezember 2018. Berufspendler in Mecklenburg-Vorpommern waren im vergangenen Jahr im Schnitt 19 Tage krankgeschrieben und damit einen Tag mehr als Beschäftigte, die wohnortnah arbeiteten. Das geht aus dem Report "Mobilität in der Arbeitswelt" der Techniker Krankenkasse (TK) hervor. Als Berufspendler gelten Beschäftigte, deren Arbeitsplatz in einem anderen Kreis liegt als ihr Zuhause. In Mecklenburg-Vorpommern ist jeder Dritte davon betroffen. Rund jeder siebte Pendler im Nordosten nimmt dabei sogar mehr als 50 Kilometer auf sich. Zudem weisen sie bei einzelnen Diagnosekapiteln höhere Fehlzeiten auf und sind beispielsweise mehr von psychisch bedingten Krankschreibungen betroffen. 

Während Beschäftigte im Nordosten mit identischem Wohn- und Arbeitskreis im vergangenen Jahr im Schnitt 2,5 Tage aufgrund psychischer Erkrankungen ausfielen, waren es bei Pendlern 3,2 Tage. Zum Vergleich: Bundesweit fehlten Pendler mit dieser Diagnose im Durchschnitt 2,4 Tage. Auch Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems - wie Rückenbeschwerden - verursachten bei den Berufspendlern mehr Ausfallzeiten. Statistisch gesehen sorgten sie bei jedem Pendler für vier Ausfall Tage, die Fehlzeiten lagen damit 10 Prozentpunkte höher als bei Beschäftigten mit kurzem Arbeitsweg.

Laut TK-Stress-Studie 2016 zählt die Teilnahme am Straßenverkehr zu den größten Stressfaktoren. Mehr als 20 Prozent der Befragten in Norddeutschland gaben an, sich davon gestresst zu fühlen. "Damit liegt der Stressfaktor Straßenverkehr, dem Berufspendler Tag für Tag ausgesetzt sind, fast gleichauf mit Stressbelastungen wie zum Beispiel die ständige Erreichbarkeit durch das Smartphone oder die sozialen Medien", bestätigt Manon Austenat-Wied, Leiterin der TK-Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern.

"Wir möchten für ein modernes betriebliches Gesundheitsmanagement werben, denn auch Arbeitgeber können dazu beitragen, diese zusätzlichen Belastungen zu minimieren," so die TK-Chefin. Oftmals reicht schon eine flexible Arbeitszeit, um den Zeitstress und damit Druck herauszunehmen.

Gesundheitsreport

Hinweis an die Redaktion

Das Dossier "Mobilität in der Arbeitswelt" ist eine Sonderauswertung des TK-Gesundheitsreports, für den die TK jährlich die Krankschreibungen und Arzneimittelverordnungen der Versicherten mit sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung analysiert. Für die vorliegende Studie wurden Daten von 2011 bis 2017 der jahresdurchschnittlich 3,6 bis 4,8 Millionen TK-versicherten Beschäftigten von 15 bis unter 65 Jahren untersucht. Mehr als 96.000 davon hatten ihren Wohnsitz im Jahr 2017 in Mecklenburg-Vorpommern. Zu den Erwerbspersonen zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von ALG-I.