Schwerin, 13. August 2019. Der Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK) zeigt, dass Beschäftigte in der Pflege hierzulande stark von Gesundheitsproblemen betroffen sind. Nur in den Bundesländern Berlin, Brandenburg und Schleswig-Holstein entfielen auf Pflegekräfte noch mehr gesundheitsbedingte Fehltage als in unserem Bundesland. Im Vergleich zur Gruppe aller abhängig Beschäftigten gab es in Pflegeberufen gut 22 Prozent mehr Krankschreibungen.

Pflege belastet nicht nur körperlich, sondern auch psychisch

Fast jeder dritte Fehltag in den Pflegeberufen war in Mecklenburg-Vorpommern auf psychische Störungen und Erkrankungen des Bewegungsapparats zurückzuführen. Verglichen mit Beschäftigten aller Berufsgruppen, waren Menschen in Pflegeberufen aufgrund psychischer Störungen zwei Tage mehr pro Jahr arbeitsunfähig (plus 70 %). Auch bei Krankschreibungen, versursacht durch Beeinträchtigungen des Muskel-Skelett-Systems, zeigt sich eine starke Belastung der Pflegekräfte. In Mecklenburg-Vorpommern fehlten angestellte Pflegefachkräfte 2018 aufgrund von Muskel-Skelett-Erkrankungen durchschnittlich an 5,23 Tagen je Versicherungsjahr am Arbeitsplatz. Im Vergleich dazu entfielen auf Berufstätige aller Beschäftigungsgruppen bei diesem Diagnosetyp nur 3,78 AU-Tage je Versicherungsjahr.

Ein Masterplan für die Pflege

Für eine zukunftssichere Pflegebranche schlägt TK-Landeschefin Austenat-Wied mehrere Handlungsschwerpunkte vor. „Neben einer höheren Vergütung, insbesondere in der Altenpflege, kann auch eine größere Lohnspreizung die Anreize zur Weiterbildung erhöhen und die Qualität der pflegerischen Versorgung stärken“ betont Austenat-Wied. Ergänzend fordert die TK-Landeschefin: „praxisnahe Rückkehrangebote nach einer beruflichen Auszeit, sowie eine altersgerechte Arbeitsorganisation“ in Pflegeeinrichtungen einzuführen. Die Zukunft der Pflegeberufe kann nur gesamtgesellschaftlich realisiert werden. „Die TK steht zu ihrer Verantwortung und wird sich in diese Prozesse innovativ und patientenorientiert einbringen“ verspricht Manon Austenat-Wied.

Versorgung und Arbeitsbedingungen verbessern

Die Techniker Krankenkasse engagiert sich gemeinsam mit der Universität zu Lübeck, Hochschule Fulda sowie der Universität Halle-Wittenberg und acht Pflegeeinrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern im Modellprojekt "PEKo - Partizipative Entwicklung von Konzepten zur Prävention von Gewalt in der stationären Pflege". Seit 2018 läuft PEKo als ganzheitliches Projekt zur Prävention, Sensibilisierung und Vorbeugung von gewaltvollen Übergriffen innerhalb des Settings Pflege. „Bisher gibt es kaum wissenschaftlich fundierte Angebote zur Gewaltprävention in der Pflege, diese Lücke schließen wir mit PEKo“ betont TK-Landeschefin Austenat-Wied.

Informationen für die Presse

Für den Gesundheitsreport 2019 "Pflegefall Pflegebranche? So geht es Deutschlands Pflegebranche" wertete die TK die Krankschreibungen und Arzneimittelverordnungen der rund 97.000 bei der TK in Mecklenburg-Vorpommern versicherten Erwerbspersonen aus. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von Arbeitslosengeld I. Den aktuellen Gesundheitsreport finden Sie hier:

Im TK-Fehlzeiten-Tool lassen sich die Reportdaten beliebig nach Branchen, Bundesländern und Tätigkeiten filtern.