Magdeburg, 26. Juni 2019. Die Fehlzeiten von Frauen und Männern in Pflegeberufen lagen im vergangenen Jahr in Sachsen-Anhalt deutlich über dem Durchschnitt aller Berufstätigen. Das meldete die Techniker Krankenkasse (TK) am Mittwoch in Magdeburg unter Berufung auf ihren aktuellen Gesundheitsreport. Danach fehlte 2018 zwischen Harz und Havel statistisch gesehen jeder Pflegebeschäftigte rund 24 Tage krankheitsbedingt an seinem Arbeitsplatz, knapp fünf Tage mehr als im Mittel aller Berufstätigen im Bundesland. Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems waren im Durchschnitt aller Berufsgruppen für 3,4 Fehltage und psychische Erkrankungen für 2,7 Fehltage pro Kopf verantwortlich. Bei Pflegekräften lag die Quote in diesen Diagnosegruppen um 1,5 beziehungsweise einen Tag höher.

Die Auswertungen der TK zur Gesundheit von Angehörigen der Pflegebranche lassen in der Gegenüberstellung zu den Daten aller Berufstätigen auf eine stärkere Belastung dieser Berufsgruppe schließen. Pflegekräfte bekamen in Sachsen-Anhalt im vergangenen Jahr in der Summe über alle Indikationen hinweg höhere Arzneimittelmengen verordnet als die Vergleichsgruppe der Berufstätigen insgesamt. Statistisch gesehen, erhielten sie im Bundesland pro Kopf durchschnittlich Medikamente für 315 Tage, 25 mehr als im Vergleich aller Berufstätigen im Bundesland. So wurden beispielsweise 5,5 Prozent der in Pflegeberufen tätigen Männer und Frauen, aber nur 4,6 Prozent aller Berufstätigen insgesamt mindestens einmal im Jahr eine Verordnung von Antidepressiva-Medikamenten ausgestellt.

"Angesichts des demografischen Wandels und damit einhergehendem wachsendem Bedarf an Pflegepersonal ist es höchste Zeit, in noch stärkerem Umfang als bisher Maßnahmen zur Gesunderhaltung von Pflegekräften zu ergreifen, beispielsweise durch die Nutzung digitaler Anwendungen", kommentierte Steffi Suchant, Leiterin der TK-Landesvertretung Sachsen-Anhalt die aktuellen Daten.

Um die Attraktivität des Berufsbildes „Pflege‟ und dessen gesellschaftliche Wertschätzung insbesondere in Sachsen-Anhalt, dem Bundesland mit dem höchsten Durchschnittsalter aller Länder, zu stärken, plädiert die TK für ein Maßnahmenbündel in Kooperation verschiedener Akteure des Gesundheitswesens. Mit einem jetzt vorgelegten Positionspapier will die TK die öffentliche Debatte zur Zukunft der Pflege im Bundesland vorantreiben.

Hinweis an die Redaktionen:

Bei den Daten handelt es sich um Daten aus dem TK-Gesundheitsreport 2019. Für diesen wertete die TK die Krankschreibungen der 5,2 Millionen bei der Kasse versicherten Erwerbspersonen (sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von ALG-I) aus. Mehr als 65.000 davon hatten ihren Wohnsitz in Sachsen-Anhalt. Im Jahresdurchschnitt 2018 arbeiteten in Sachsen-Anhalt rund 2.500 Berufstätige mit Versicherung bei der TK in einem Pflegeberuf. Der Gesundheitsreport 2019 sowie die Berichte der Vorjahre sind ebenso wie die Position der TK zur Zukunft der Altenpflege in Sachsen-Anhalt im Internet unter www.tk.de zu finden.