Kiel, 14. März 2022. Rückenerkrankungen gehören in Schleswig-Holstein zu den häufigsten Gründen für eine Krankschreibung. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK). Demnach waren die Beschäftigten im Norden im vergangenen Jahr durchschnittlich drei Tage aufgrund von Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems wie Rückenschmerzen oder Bandscheiben-Problemen krankgeschrieben. Das ist nach den psychischen Erkrankungen mit 3,8 Tagen die häufigste Ursache für eine Krankmeldung. Insgesamt war jede Schleswig-Holsteinerin und jeder Schleswig-Holsteiner im vergangenen Jahr 16,1 Tage krankgeschrieben.

Vergleicht man mit dem Jahr 2020 kann man zwar einen leichten Rückgang der Fehltage aufgrund von Rückenerkrankungen feststellen (drei Prozent), doch das sei noch lange kein Grund zur Freude, betont Sören Schmidt-Bodenstein, Leiter der TK-Landesvertretung Schleswig-Holstein. "Besonders mit Blick auf die Herausforderungen im Homeoffice sollten wir alle dem Thema Rückengesundheit mehr Beachtung schenken." Vielen fehle es auch nach zwei Jahren Pandemie im Homeoffice an einem geeigneten Arbeitsplatz zu Hause. "Im Homeoffice arbeiten zu können, wird für viele Menschen die neue Realität bleiben. Das ist ohne Frage eine echte Bereicherung und kann sich positiv auf die Work-Life-Balance auswirken. Doch dauerhaft am provisorisch eingerichteten Schreibtisch in der Küche zu sitzen, kann langfristigen zu Rückenproblemen führen", betont er. 

Rückenproblemen rechtzeitig vorbeugen

Durch regelmäßige Bewegungseinheiten zu Hause kann Rückenschmerzen vorgebeugt werden. Ein Variieren der Sitzposition am Schreibtisch oder ein Spaziergang in der Mittagspause tragen zu einem gesunden Arbeitsplatz im Homeoffice bei. Unterstützung dazu bietet die TK-Checkliste Fit am PC - Schluss mit Rückenschmerzen .

Innovative Behandlung bei Rückenbeschwerden

Zum Tag der Rückengesundheit am 15. März, macht die TK auf zwei innovative Projekte im Land aufmerksam. Erst vor wenigen Wochen wurde das Projekt Virtual Training um Patientinnen und Patienten mit Rückenbeschwerden erweitert. In dem gemeinsamen Angebot des Mare Aktivs, des Mare-Klinikums Kiel sowie der TK wird die virtuelle Physiotherapie erprobt und eng mit der klassischen Physiotherapie verzahnt.

Wenn konservative Maßnahmen wie Physio- und Schmerztherapie nicht ausreichen, um die Rückenbeschwerden zu lindern, bietet die TK mit dem Mare-Klinikum Kiel ein schonendes Konzept zur Behandlung von Erkrankungen an der Wirbelsäule an. Im Rahmen der ambulanten Mikrotherapie wird unter präziser Steuerung ein schmerzlinderndes Medikament direkt an die entsprechende Nervenwurzel gegeben oder Schmerz leitende Nerven verödet. Die Patienteninnen und Patienten können durch diese schonendere Methode noch am selben Tag nach Hause entlassen werden. Falls eine Operation doch unumgänglich ist - zum Beispiel, wenn Verknöcherungen oder Schwächen und Schmerzen auslösende Bandscheibenvorfälle entfernt werden müssen - ist ein minimal-invasiver Eingriff die Lösung. Danach werden die Patientinnen und Patienten in der Regel für maximal drei Tage in der Klinik betreut.

Hinweis für die Redaktion

Die Zahlen stammen aus den Vorabdaten des TK-Gesundheitsreports 2022. Grundlage dafür bilden die TK-versicherten Erwerbstätigen (Berufstätige und ALG 1-Empfängerinnen und Empfänger). In Schleswig-Holstein waren es 254.676, Stand Januar 2022. Unter Fehltagen versteht man die Krankheitstage aufgrund von Krankschreibungen. Insgesamt sind bei der TK in Schleswig-Holstein rund 510.000 Menschen versichert, davon 387.000 Mitglieder und 123.000 Familienversicherte.