Hamburg, 1. Dezember 2021. Zwei von drei Menschen in Norddeutschland sind manchmal oder häufig gestresst. Das geht aus Ergebnissen der aktuellen Stressstudie der Techniker Krankenkasse (TK) hervor, die heute auf einer digitalen Pressekonferenz vorgestellt wurde. Noch vor fünf Jahren gehörten die Menschen aus Norddeutschland im bundesweiten Vergleich mit 54 Prozent zu denjenigen, die am wenigsten unter Druck standen. 2013 waren es sogar noch vier Prozentpunkte weniger. Maren Puttfarcken, Leiterin der TK-Landesvertretung Hamburg, sagt: "Die Stressstudien der vergangenen Jahre zeigen, dass das Stresslevel im Norden kontinuierlich angestiegen ist. Im Vergleich zu 2016 ist es auf der Skala sogar um ganze 11 Prozentpunkte auf 65 Prozent nach oben geklettert. Ein Grund hierfür könnte die Veränderung der Arbeitswelt sein. Die Beschäftigten müssen häufig ein höheres Arbeitspensum in weniger Zeit erledigen und flexibler sein. Auch die Coronapandemie hat ihren Teil dazu beigetragen." 

Coronapandemie verstärkt das Stressempfinden

Die TK-Studie zeigt, dass die Coronapandemie sich stark auf das Stressempfinden der Norddeutschen auswirkt. So beantworteten 43 Prozent der befragten Menschen in Norddeutschland die Frage, ob ihr Leben seit Beginn der Pandemie stressiger geworden ist, mit "Ja". "Die Befragung fand im März 2021, das heißt mitten im zweiten Lockdown statt. Mit den Maßnahmen gingen sowohl im privaten als auch im beruflichen Leben viele Veränderungen und Herausforderungen einher. Homeoffice, Kontaktbeschränkungen oder die Sorge, dass Angehörige erkranken, gingen nicht an allen spurlos vorbei. Das hat sich natürlich auch in den Antworten widergespiegelt", so Puttfarcken. 

Arbeit, Schule & Studium stressen die Menschen im Norden am meisten

Die Anforderungen im Job beziehungsweise in der Schule oder im Studium sind bei 55 Prozent der Norddeutschen Stressfaktor Nummer eins. An zweiter Stelle stehen mit 46 Prozent die hohen Ansprüche an sich selbst, gefolgt von der Sorge um erkrankte nahestehende Menschen (27 Prozent). Auch Konflikte im Privatleben (25 Prozent), viele Termine und Verpflichtungen in der Freizeit (24 Prozent) sowie die ständige Erreichbarkeit durch Smartphone, Social Media und Co. (22 Prozent) setzen die Menschen im Norden Deutschlands unter Druck. 

Hobby, Faulenzen und Gartenarbeit: So entspannt der Norden am liebsten

Die Norddeutschen entspannen am liebsten bei ihrem Hobby (84 Prozent). Danach folgen Faulenzen (78 Prozent), Spazierengehen oder Gartenarbeit (76 Prozent), Treffen mit Familie und Freunden (72 Prozent), Musizieren oder Musik hören (66 Prozent) sowie lesen (64 Prozent). Erst an siebter Stelle (58 Prozent) taucht Sport als Ausgleich auf. Maren Puttfarcken: "Stress zu haben, ist ganz normal und gehört im Alltag dazu. Wichtig ist nur, dass er sich nicht zum negativen Dauerstress entwickelt und chronisch wird. Hier sollte man auf seinen Körper hören und rechtzeitig reagieren. Bewegung ist nicht nur die beste Vorsorge gegen Zivilisationskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Beschwerden, Diabetes und Rückenschmerzen, sondern auch ideal, um Stress abzubauen." Neben der Verantwortung für die eigene Gesundheit und den Körper seien bei der Stressprävention aber auch die Rahmenbedingungen entscheidend: "Nicht immer reicht die Freizeitgestaltung aus, um die Akkus wieder aufzuladen. Deshalb sind auch die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber gefragt, eine gesundheitsförderliche Arbeitsumgebung zu schaffen, damit ihre Mitarbeitenden langfristig gesund bleiben."

Hinweis für die Redaktionen

Für die Stressstudie wurden in den Jahren 2013, 2016 und zuletzt im März 2021 bundesweit jeweils 1.000 Menschen bevölkerungsrepräsentativ vom Meinungsforschungsinstitut Forsa telefonisch zum Thema Stress befragt. Hier gibt es weitere Informationen zur TK-Stressstudie 2021 .

Damit Stress gar nicht erst zu einer dauerhaften Belastung wird, unterstützt die TK ihre Versicherten mit vielen Angeboten aus den Bereichen Stressbewältigung , Achtsamkeit und Entspannung. Sie können beispielsweise über den Stress-Navigator das passende Angebot finden. Darüber hinaus können sich TK-Versicherte mit dem interaktiven TK-Gesundheitscoach ein individuelles Programm für eine gesunde nachhaltige Lebensführung zusammenstellen. Weitere Informationen zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement gibt es im Firmenkundenportal der TK.