Schwerin, 2. Dezember 2021. Knapp zwei von drei Menschen in Norddeutschland (65 Prozent) fühlen sich mindestens manchmal gestresst. Etwa ein Fünftel der Menschen in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Niedersachsen beschreibt den subjektiv empfundenen Stress sogar als häufig (21 Prozent). 
Zu diesem Ergebnis kommt die Stressstudie "Entspann dich, Deutschland!" der Techniker Krankenkasse (TK), deren Basis für die Studie eine bevölkerungsrepräsentative Forsa-Umfrage ist. Dafür wurden bundesweit 1.000 Menschen ab 18 Jahren befragt.

Corona erhöht Stresslevel etwa für jeden Zweiten

Knapp die Hälfte der befragten Norddeutschen (43 Prozent) gab an, dass die Coronapandemie starke Auswirkungen auf das Stressempfinden habe. "Die Gründe für das gesteigerte Stressempfinden sind vielfältig. So wurde die Schwierigkeit, Kinderbetreuung oder Homeschooling mit der Arbeit unter einen Hut zu bekommen, Sorgen um den Erhalt des Arbeitsplatzes oder die Angst vor einer Ansteckung durch das Coronavirus, auch Familienangehörige betreffend, vielfach als Stressursachen genannt.", erklärt Manon Austenat-Wied, Leiterin der TK-Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern. "Zum Zeitpunkt der Befragung im März 2021 befand sich Deutschland mitten im zweiten Lockdown, als die Anspannung und die Herausforderungen besonders groß waren. Das schlägt sich natürlich auch auf die Antworten nieder."

Beruflicher Stress bleibt auf Platz eins

Unverändert zur letzten Studie im Jahr 2016 bleibt der Bereich Beruf, Schule, und Studium Stressfaktor Nummer eins. Was sich jedoch deutlich verändert hat, ist der der Anteil der Befragten, für den Beruf, Schule und Studium den größten Stress verursachen: Waren es im Jahr 2016 noch 41 Prozent der Norddeutschen, sind es nun mit 55 Prozent über die Hälfte. Zu den Hauptbelastungsfaktoren am Arbeitsplatz gehören: zu viel Arbeit (26 Prozent), ungenaue Anweisungen (26 Prozent), Termindruck (25 Prozent), Informationsflut (25 Prozent), Unterbrechungen (23 Prozent), und schlechte Arbeitsbedingungen (17 Prozent).
Nach dem beruflichen Stress folgen hohe Ansprüche an sich selbst (46 Prozent), eine schwere Krankheit von jemandem, der einem nahe steht (27 Prozent), Konflikte mit nahestehenden Menschen (25 Prozent) sowie zu viel Freizeitstress (24 Prozent). 
"Was hier auffällt: die Sorge um nahestehende erkrankte Angehörige hat deutlich zugenommen und liegt nun auf Platz drei der häufigsten Stressursachen, während sie 2016 noch auf Platz 6 lag. Hier erkennen wir einen deutlichen Einfluss der Coronapandemie", so Austenat-Wied.

Stress hat viele Gesichter

Wie sich Stress auf die Befragten in Norddeutschland äußert, ist sehr unterschiedlich und zeigt sich sowohl in körperlichen als auch psychischen Beschwerden. Zu den am häufigsten angegebenen in der Studie gehören Muskelverspannungen und Rückenschmerzen (62 Prozent), Schlafstörungen (42 Prozent) und Erschöpfung (38 Prozent). Auch hier ist ein leichter Anstieg im Vergleich zu den Angaben aus der Studie im Jahr 2016 zu erkennen: damals lagen Muskelverspannungen und Rückenschmerzen bei 54 Prozent, Schlafstörungen bei 30 Prozent und Erschöpfung ebenfalls bei 30 Prozent.
Auffällig ist zudem der Anstieg an psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Angstzuständen. Beide Beschwerden nahmen jeweils um 9 Prozentpunkte zu, Depressionen von 11 Auf 20 Prozent und Angstzustände von 3 auf 11 Prozent.

Die Entspannungsstrategien der Norddeutschen

Um dem Alltagsstress zu entfliehen, haben die Menschen in Norddeutschland unterschiedliche Strategien. Zu den Beliebtesten gehören hierbei Hobbys (84 Prozent), Spazierengehen und Gartenarbeit (76 Prozent) sowie gepflegtes Nichtstun (78 Prozent). Im Vergleich zur vorherigen Studie fällt auf, dass das Spazieren und im Garten Arbeiten das Treffen mit Familie und Freunden aus den Top 3 verdrängt hat. "Auch hier kann man den Zusammenhang mit der Coronapandemie erkennen", erläutert Manon Austenat-Wied. "Beschäftigungen, denen man auch allein bzw. zu Hause nachgehen kann, haben deutlich zugenommen, was natürlich auch ein Ergebnis der Kontakteinschränkungen während des Lockdowns ist." 
Generell bleiben die Norddeutschen in stressigen Phasen jedoch eher optimistisch. So gaben 60 Prozent der Befragten an, dass ihnen Stress zwar an die Nerven gehe, sie diesen aber getreu dem Motto "Augen zu und durch" relativ gut aushalten können, solange es kein Dauerzustand werde. 17 Prozent konnten sich sogar mit der Verhaltensweise identifizieren, dass sie bei Stress erst so richtig zu Höchstform auflaufen würden. Ein Fünftel der Befragten hingegen versucht stressige Phasen mit Rückzug zu überstehen.

Hinweis für die Redaktionen

Für die Stressstudie wurden in den Jahren 2013, 2016 und zuletzt im März 2021 bundesweit jeweils 1.000 Menschen bevölkerungsrepräsentativ vom Meinungsforschungsinstitut Forsa telefonisch zum Thema Stress befragt. 
Weitere Informationen gibt es in der bundesweiten Pressemitteilung zur Stressstudie 2021.
Damit Stress gar nicht erst zu einer dauerhaften Belastung wird, unterstützt die TK ihre Versicherten mit vielen Angeboten aus den Bereichen Stressbewältigung, Achtsamkeit und Entspannung. Sie können beispielsweise über den Stress-Navigator das passende Angebot finden. Darüber hinaus können sich TK-Versicherte mit dem interaktiven TK-Gesundheitscoach ein individuelles Programm für eine gesunde nachhaltige Lebensführung zusammenstellen. Weitere Informationen zur Betrieblichen Gesundheitsförderung gibt es im Firmenkundenportal der TK.