Saarbrücken, 1. Dezember 2021. Immer mehr Menschen im Saarland, in Rheinland-Pfalz und Hessen leiden unter Stress. Das geht aus der Stressstudie "Entspann dich, Deutschland!" hervor, die am Mittwoch von der Techniker Krankenkasse (TK) vorgestellt wurde. So gaben 70 Prozent der Befragten an Saar, Rhein und Main an, manchmal oder häufig gestresst zu sein. Das sind acht Prozentpunkte mehr als in den Jahren 2013 und 2016, in denen die TK ebenfalls Stressstudien durchgeführt hatte. Im Bundesvergleich liegt die Befragungsgruppe damit ganz vorne, allerdings sind die Unterschiede zwischen den Bundesländern statistisch nicht signifikant.

"Zu viel Stress ist ungesund. Daher ist es wichtig, dem entgegenzusteuern. Wir als TK unterstützen unsere Versicherten, aber auch Arbeitgeber mit verschiedenen Maßnahmen", erklärt Stefan Groh und verweist beispielhaft auf den TK-Gesundheitscoach , beziehungsweise die Angebote zur betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) .

Stress durch Corona

Ein Faktor für den gesteigerten Stresslevel ist die Coronapandemie. Rund 40 Prozent der Befragten im Südwesten gaben an, dass ihr Leben mit der Pandemie anstrengender geworden ist, beziehungsweise der Stress zugenommen hat.

Verschieden Stressauslöser

Doch was stresst die Menschen im Saarland, in Rheinland-Pfalz und Hessen am meisten? Schule, Studium oder Beruf (57 Prozent), hohe Ansprüche an sich selbst (53 Prozent), schwere Krankheit einer nahestehenden Person (36 Prozent) sowie zu viele Termine und Verpflichtungen in der Freizeit (29 Prozent) sind die Hauptursachen.

Der Umgang mit Stress ist dabei jedoch sehr unterschiedlich. Die Menschen an Saar, Rhein und Main ziehen sich bei Stress eher zurück als noch 2013. 29 Prozent der Befragten gaben das an, acht Jahre zuvor waren es nur 15 Prozent gewesen. Die Mehrheit der Menschen im Südwesten (55 Prozent) handelt wie 2013 (59 Prozent) jedoch nach dem Motto "Augen zu und durch".

Musik als Stressbewältigung

Um sich zu entspannen und den Stress abzubauen, setzen die Befragten aus dem Saarland, Rheinland-Pfalz und Hessen vor allem auf eine Sache: Musik. 82 Prozent gaben an, zur Entspannung Musik zu hören oder zu machen. In Baden-Württemberg gaben das beispielsweise nur 64 Prozent der Befragten an. Beliebt sind aber auch einem Hobby nachgehen (75 Prozent), spazieren gehen oder Gartenarbeit (77 Prozent) und Faulenzen (67 Prozent).

"Besonders Sport und Bewegung sind prädestiniert für den Stressabbau. Der Stoffwechsel kommt in Fahrt und Blutzucker, Blutfette sowie der Stresshormonpegel sinken. Zusätzlich werden Glückshormone wie Endorphine und Serotonin freigesetzt", rät Groh Betroffenen, ergänzt aber: "Wichtig ist, dass sich die Bewegung auch gut anfühlt und Spaß macht."

Hinweis für die Redaktion

Für die Studie "Entspann dich, Deutschland!" befragte Forsa im Auftrag der TK im März 2021 bevölkerungsrepräsentativ 1.000 Menschen in Deutschland zu ihrem Stressempfinden.