Mainz, 4. Januar 2022. Viele Menschen in Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland sind am Arbeitsplatz regelmäßig hohen Anspannungen und Belastungen ausgesetzt.  Das geht aus der aktuellen Stressstudie "Entspann dich, Deutschland!" der Techniker Krankenkasse (TK) hervor. Vier von zehn befragten Berufstätigen (39 Prozent) gaben an, sich durch ihre Arbeit oft abgearbeitet und verbraucht zu fühlen.

Beschäftigte durch verschiedene Faktoren belastet 

Die Befragung zeigt, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sich durch verschiedene Faktoren im Beruf belastet fühlen. Weit über die Hälfte der Studienteilnehmenden stehen häufig bzw. manchmal unter Anspannung, da die zur Verfügung stehende Zeit nicht ausreicht, um alle Aufgaben in Ruhe zu erledigen. 64 Prozent geben an, häufig bzw. manchmal zu viel Arbeit zu haben und unter Termindruck zu stehen (60 Prozent). Ein weiteres Problem in der Arbeitswelt ist die große Menge an Informationen, die täglich auf die Mitarbeitenden "einprasselt" - 59 Prozent der Befragten fühlen sich mindestens gelegentlich aufgrund von "Informationsüberflutung" gestresst. Mit 51 Prozent sind knapp über die Hälfte der Beschäftigten außerdem häufig oder gelegentlich durch Unterbrechungen und Störungen beim Arbeiten belastet. Das Gefühl, zu wenig Anerkennung für ihre Leistungen zu bekommen, haben 43 Prozent der Berufstätigen manchmal oder sogar häufig.  Schlechte Arbeitsplatzbedingungen etwa durch Lärmbelästigung oder schlechte Beleuchtung sowie ungenaue Arbeitsanweisungen führen bei jeweils 37 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mindestens gelegentlich zu Anspannungen.

Arbeitgeber stehen in der Verantwortung

Arbeitgeber sind in erster Linie dafür verantwortlich, dass ihre Beschäftigten ein gutes Arbeitsumfeld haben und nicht übermäßig und dauerhaft belastet werden. "In Zusammenarbeit mit allen Beteiligten sollten Lösungen gefunden werden, wie Stress am Arbeitsplatz vermieden werden kann", sagt Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung in Rheinland-Pfalz. "Grundlage dafür ist ein für die Tätigkeit adäquater Arbeitsplatz, gut koordinierte und gerechte Aufgabenverteilung, konkrete Arbeitsanweisungen und eine angemessene Menge täglicher Informationen wie etwa E-Mails", so Simon weiter. Die Unternehmen müssten an einer guten Kommunikation zwischen Führungsebene und Beschäftigten arbeiten und Wert auf einen durchweg respektvollen Umgang legen. "Es ist beispielsweise bemerkenswert, dass nur knapp über 20 Prozent der berufstätigen Umfrageteilnehmenden eine ungerechte Bezahlung anführen, aber fast doppelt so viele angeben, dass ihnen zu wenig Anerkennung für ihre Leistungen entgegengebracht wird", bemerkt der TK-Landeschef. Die gute Nachricht ist, dass es bei den Fragen nach mangelnder Wertschätzung und Konflikten mit Vorgesetzten Verbesserungen im Vergleich zur Vorgängerstudie zu verzeichnen sind. Die TK unterstützt Unternehmen, im betrieblichen Gesundheitsmanagement nachhaltig gesunde Strukturen zu schaffen.

Eigenverantwortung der Beschäftigten

Aber es gebe auch eine Eigenverantwortung der Beschäftigten. Dies könne beispielsweise das Einhalten der regelmäßigen Pausen sein. "Um den Stresspegel zu senken, reichen schon kleine Maßnahmen, etwa kurze Auszeiten mit Durchatmen am offenen Fenster oder ein Spaziergang in der Mittagspause und natürlich auch Sport und aktive Entspannung nach Feierabend", so Simon. Führungskräfte hätten hier eine wichtige Vorbildfunktion. 

Hinweis für die Redaktion

Für die Studie "Entspann dich, Deutschland!" befragte Forsa im Auftrag der TK im März 2021 bevölkerungsrepräsentativ 1.000 Menschen in Deutschland zu ihrem Stressempfinden.