Kiel, 24. Juli 2019. Schnell noch das Meeting für morgen vorbereiten, dann weiter zum Kindergarten, den Wocheneinkauf erledigen, zwischendurch die Mails checken und die Mailbox abhören: Der Alltag vieler Schleswig-Holsteiner ist stressig. Dabei kommen wichtige Grundbedürfnisse zu kurz - so auch das Trinken. Fast die Hälfte der Menschen in Norddeutschland* vergisst bei Stress die Flüssigkeitszufuhr (44 Prozent). Das zeigt die Forsa-Studie "Trink Was(ser), Deutschland!" im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK), die heute veröffentlicht wurde. 

Empfohlene Trinkmenge von 1,5 bis 2,5 Liter

Als Richtwert empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung 1,5 bis 2,5 Liter Flüssigkeit am Tag zu sich zu nehmen. Doch daran hält sich nur die Hälfte der Norddeutschen. Jeder Dritte trinkt nur zwischen ein und eineinhalb Liter am Tag. Schon ein geringer Wassermangel im Körper kann zu gesundheitlichen Einschränkungen, Erschöpfung oder mangelnder Konzentrationsfähigkeit führen.

Über den ganzen Tag verteilt trinken 

Die Tendenz, bei Stress weniger zu trinken, hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Bereits 2010 hat die TK eine Studie zu den Trinkgewohnheiten der Menschen in Deutschland durchgeführt. Damals gaben noch 28 Prozent der Befragten Norddeutschen an, bei Stress weniger zu trinken. In der aktuellen Auswertung sind es bereits 44 Prozent - ein Anstieg von 16 Prozentpunkten. "Dass unser Alltag immer stressiger wird, ist nicht neu. Die Studie zeigt, dass sich diese Entwicklung auch negative auf unser Trinkverhalten auswirkt", sagt Sören Schmidt-Bodenstein, Leiter der TK-Landesvertretung Schleswig-Holstein. Er rät: "Im besten Fall sollte man über den Tag verteilt regelmäßig trinken. Wer nur zu den Mahlzeiten Flüssigkeit zu sich nimmt, hat es schwer, am Ende auf seine 1,5 bis 2,5 Liter zu kommen." 

So wichtig ist Gesundheitsförderung im Job 

Um zu viel Stress im Berufsalltag zu vermeiden, sind vor allem die Arbeitgeber gefragt: "In der schnelllebigen Arbeitswelt ist es wichtig, eine Unternehmenskultur zu unterstützen, die flexiblen Einsatz der Mitarbeiter wertschätzt und auf eine angemessene Work-Life-Balance achtet", sagt Schmidt-Bodenstein. Den Mitarbeitern werde im Berufsalltag viel abverlangt: Ständig mobil und sogar nach Feierabend erreichbar sein, zusätzliche Aufgaben bei gleicher Arbeitszeit, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und dazu noch Überstunden - All das belastet die Menschen. Ein gezieltes Betriebliches Gesundheitsmanagement kann hier gute Impulse liefern. Die TK unterstützt Unternehmen mit individuellen Angeboten. 

Die TK bietet ihren Versicherten außerdem Gesundheitskurse an, die bei der Stressbewältigung helfen können. Das Kursangebot umfasst zum Beispiel Autogenes Training und Progressive Muskelentspannung. Die Teilnehmer erlernen so verschiedene Verfahren, wie sie seelisch und körperlich entspannen können. 

Die Zahlen beziehen sich auf die Bundesländer Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen, Hamburg und Niedersachsen.

Hinweis an die Redaktionen 

Im Februar und März 2019 befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der TK mehr als 1.000 Personen zu ihren Trinkgewohnheiten im Privatleben und am Arbeitsplatz. Die Befragten repräsentieren den Querschnitt der volljährigen Bevölkerung in Deutschland. Den Studienband " Trink Was(ser), Deutschland! " gibt es unter der Suchnummer 2068236.