Dabei zeigen sich nicht nur regionale, sondern auch Generationenunterschiede, beispielsweise bei Limonadengetränken oder Energydrinks. Was bei den Norddeutschen auffällt, erläutert Maren Puttfarcken, Leiterin der TK-Landesvertretung Hamburg.

Frau Puttfarcken, wie trinken die Norddeutschen? Gibt es Auffälligkeiten?

Maren Puttfarcken: Das Trinkverhalten der Norddeutschen bei Mineral- und Leitungswasser ist im bundesweiten Vergleich unauffällig. Allerdings gaben 37 Prozent der Befragten an, normalerweise nicht mehr als 1,5 Liter zu trinken. Die empfohlene tägliche Trinkmenge liegt aber bei 1,5 bis 2,5 Litern. Hier gibt es also noch 'Luft nach oben'.

Aufgefallen ist uns bei der Auswertung der Studie die Entwicklung des Bierkonsums in Norddeutschland: In keiner anderen Region in Deutschland ist der Bierkonsum in den letzten zehn Jahren so stark gesunken wie im Norden. Mittlerweile trinkt gerade einmal jeder Zehnte mehrmals pro Woche oder auch täglich Bier. Gleichzeitig konsumieren mehr als die Hälfte selten bis nie Bier. In beiden Kategorien fallen die Norddeutschen besonders auf. Bier scheint in Norddeutschland also eher unbeliebt zu sein.

Vor allem jüngere Menschen trinken gerne Energy- und Softdrinks. Wie kann in dieser Altersgruppe der Konsum gesenkt werden?

Puttfarcken: Stimmt. Die Studie zeigt, dass fast jeder Zehnte mehrmals pro Woche oder sogar öfter Energydrinks trinkt. Dies ist vor allem auf den hohen Konsum der jüngeren Altersgruppen zurückzuführen. Zuckerfreie Softdrinks werden immer beliebter, Energydrinks aber auch. Wir wollen deshalb ein Bewusstsein dafür schaffen, was es heißt, sich gesund zu ernähren. Besonders bei Kindern und Jugendlichen können wir dies effektiv tun. In Hamburg gibt es daher zum Beispiel das Projekt Sherlock Sugar . In der Schule lernen die Kinder und Jugendlichen am Beispiel Zucker, was es bedeutet, sich gesund zu ernähren. Natürlich müssen wir aber auch weiterhin daran arbeiten, bei Erwachsenen ein Bewusstsein für das Thema zu schaffen. Sie fungieren als Vorbilder für Kinder und Jugendliche.

Maren Puttfarcken

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Leiterin der TK-Landesvertretung Hamburg

Auffällig ist auch, dass es nicht nur in Norddeutschland, sondern bundesweit Berufstätigen schwerfällt, regelmäßig während der Arbeit etwas zu trinken. Wie können Arbeitgeber hier aktiv werden?  

Puttfarcken: Dafür haben sie verschiedene Möglichkeiten. Wichtig ist vor allem, dass die Mitarbeiter sensibilisiert werden. Nur wenn einem selbst bewusst ist, wie wichtig es ist, ausreichend zu trinken, kann man darauf achten. Wer das regelmäßig tut, fördert das eigene Leistungs- und Konzentrationsvermögen. Gleichzeitig können Arbeitgeber dafür sorgen, dass ihre Mitarbeiter kurze Wege 'ans Wasser' haben. Was sich viele Arbeitnehmer aber auch wünschen, sind kostenfreie Getränke.

Und was kann jeder selbst dafür tun, auch in stressigen Situationen ausreichend zu trinken?

Puttfarcken: Auch hierfür gibt es unterschiedliche Wege. Man kann sich zum Beispiel vornehmen, schon vor der Fahrt zur Arbeit und direkt nach der Rückkehr ein Glas Wasser zu trinken. So kann man zumindest abseits der Arbeitszeiten dafür sorgen, etwas zu trinken. Natürlich ist es in stressigen Situationen nie ganz einfach, da noch ans Trinken zu denken. Eine Hilfe kann hier sein, sich zu Beginn der Arbeitszeit schon mal ein Glas Wasser hinzustellen. Ebenso gibt es zahlreiche Apps, die daran erinnern können, ausreichend zu trinken.