Die dritte Bundesausbilderkonferenz Medien (BAKM) fand in diesem Jahr rein digital statt. Dazu haben sich der Verein Prävention 2.0 und die Techniker Krankenkasse (TK) bereits im Frühjahr entschieden. Dieses Pendant zur Bundesjugendkonferenz Medien (Link BJKM) richtete sich an die Ausbilder und Betreuer der bundesweit tätigen Medienscouts. Rund 45 Medienpädagogen, Schulsozialarbeiter Lehrer, und weitere in der Prävention Aktive nahmen an der digitalen Konferenz teil. Der Fokus lag auf dem Erfahrungsaustausch zur Medienscoutausbildung im "Corona-Alltag".

Medienkompetenz ist mittlerweile eine Lebenskompetenz und gerade während der Corona-Pandemie hat sich gezeigt wie wichtig diese ist. Ab Mitte März mussten Kinder und Jugendliche digitale Medien auch für den Alltag im Home-Schooling nutzen. Für die meisten fand während dieser Zeit Bildung sowie Freizeit fast ausschließlich im digitalen Raum statt. Doch reichen die Kompetenzen für einen reflektierten Umgang aus? Neben der Bedienung digitaler Tools, müssen Kinder und Jugendliche Medienprodukte bewerten und durchschauen können.

Medienkompetenz auf Augenhöhe

Seit vielen Jahren sind Medienscouts bundesweit an Schulen aktiv. Aufbauend auf vielfältigen Weiterbildungsangeboten sind die Scouts die Medienexperten an den Schulen. Peer-to-peer vermitteln sie Medienkompetenz auf Augenhöhe, sind Ansprechpartner und Problemlöser für Ihre Mitschüler. Eine zentrale Rolle bei der Wissensvermittlung sind die Schulsozialarbeiter, Ausbilder und Betreuer der Scouts. 

Das jährliche Highlight der Medienscout-Ausbildung, die Bundesjugendkonferenz Medien wurde aufgrund von COVID-19 frühzeitig abgesagt. Sollte man eine dreitägige Konferenz mit 300 - 400 Schülern einfach digital durchführen? Da dies dem Zweck des Kennenlernens und des persönlichen, bundeslandübergreifenden Austausches nicht gerecht wird, lag der Fokus auf der BAKM. Denn die Betreuer vor Ort sichern den regelmäßigen Austausch mit Ihren Medienscouts.

Digitale Tools für die Medienscoutarbeit

Der Medienpädagoge Frank Schlegel stellte in seinem Webinar die Vorteile von "padlet" für die Medienscoutarbeit dar. Mithilfe dieses Tools können digitale Pinnwände erstellt werden. Auf diesen werden Texte, Links, Bilder, Videos und weitere Inhalte abgelegt. Änderungen können von allen Nutzern vorgenommen und live mitverfolgt werden. So können Medienpädagogen und -scouts ortsunabhängig parallel an Pinnwänden arbeiten und dabei Inhalte sammeln, vergleichen sowie gleichzeitig darüber diskutieren. Des Weiteren stellte er die Vorteile von Etherpads dar. Diese webasierten Texteditoren ermöglichen die gleichzeitige, ortsunabhängige Bearbeitung von Textdokumenten. Darüber hinaus stellte er weitere Tools und Apps für Abfragen und Feedback, Links und Methoden rund um den Einsatz und die Produktion von (Erklär)videos sowie für offene Videokonferenzen vor.

Austausch in Barcamps

Im Gegensatz zu klassischen Konferenzen, bei denen für ein festgelegtes Programm Referenten gebucht werden, gibt es auf Barcamps ausschließlich Teilnehmer. In diesen locker organisierten Veranstaltungen liegt der Fokus darauf sich auszutauschen und zu diskutieren. In drei Sessions bearbeiteten die Teilnehmer die folgenden Themen:

Die Teilnehmer tauschten dabei ihre Erfahrungen der vergangenen Monate aus. Da man den Scouts keine Treffen vor Ort mehr anbieten kann, bieten Videokonferenzen mit jugendnahen Themen und im Vorfeld gestellte motivierenden Praxisaufgaben eine Lösung. Beispielsweise sollten die Jugendlichen Memes erstellen, die ihre gegenwärtige Stimmung in Bezug auf das Homeschooling oder die Situation zu Hause darstellen. Da die Peer Education mit Schülern in diesem Jahr nicht stattfinden kann, haben viele Medienpädagogen die Chance ergriffen und Lehrkräfte peer-to-peer fortgebildet.

Die Teilnehmer waren sich darüber einig, dass ein "Mediengesamtkonzept", über alle Altersgruppen hinweg, entwickelt werden muss. In einigen Bundesländern die Medienscouts bereits in Grundschulen aktiv geworden oder haben auf Elternabenden Medienkompetenz vermittelt.