Hamburg, 17. Februar 2021. Surfen, streamen, posten - Erwachsene im Norden sind fast immer online. Von den befragten Norddeutschen gaben rund drei Viertel der Erwachsenen (77 Prozent) an, in ihrer Freizeit mehrmals täglich beziehungsweise fast immer online zu sein. Großstädter sind noch mal häufiger "always on". Die bundesweiten Zahlen zeigen, dass von ihnen über 80 Prozent angaben, mehrmals täglich bzw. fast immer online zu sein. Das sind Ergebnisse der aktuellen Studie "Schalt mal ab, Deutschland!" der Techniker Krankenkasse (TK), die heute vorgestellt wurde. 

Im Schnitt verbringen fast 60 Prozent der Erwachsenen im Norden täglich zwischen einer und fünf Stunden privat online. Nur elf Prozent kommen unter 30 Minuten täglich. Jeder Fünfte (20 Prozent) ist im Schnitt zwischen 30 Minuten und einer Stunde online. Und neun Prozent der Befragten kommt sogar auf fünf Stunden oder länger. "Always on" zu sein, hat aber auch seinen Preis, sagt Maren Puttfarcken, Leiterin der TK-Landesvertretung: "Die Studienergebnisse zeigen auch, dass diejenigen, die privat länger online sind, auch gesundheitlich höher belastet sind. So sehr uns das Internet vieles erleichtert und in der Corona-Pandemie den Kontakt zu Freunden und Familie ermöglicht, sollte das eigene Nutzungsverhalten kritisch hinterfragt werden. Regelmäßig Pausen einzulegen oder Offline-Auszeiten zu schaffen, ist für die eigene Gesundheit wichtig."

Im Bereich der psychischen Belastungen zeigen sich in den bundesweiten Zahlen deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Nutzergruppen. So leiden Viel-Surfer (fünf Stunden am Tag und mehr) deutlich häufiger unter Nervosität (38 Prozent) oder sogar Depressionen (40 Prozent). Bei den Wenig-Nutzern (unter einer Stunde am Tag) sind die Zahlen wesentlich niedriger (Nervosität: 19 Prozent; Depressionen 16 Prozent).

Die Top-3-Beschäftigungen: Messenger-Dienste, News und E-Mails

Die meiste Zeit verbringen die Norddeutschen mit dem Kommunizieren via Messenger-Diensten (83 Prozent), sich über Nachrichten informieren (73 Prozent) und dem Checken und Beantworten von E-Mails (62 Prozent). 

Die parallele Nutzung von zwei oder mehr Bildschirmgeräten - das sogenannten "Second Screen" - scheint auch bei den Erwachsenen im Norden anzukommen. So geben 43 Prozent der Befragten im Norden an, mehrmals am Tag oder einmal täglich mehrere Bildschirmgeräte gleichzeitig zu nutzen. "Dass mittlerweile fast die Hälfte der Erwachsene in Norddeutschland täglich mit mehreren Bildschirmgeräten online ist, hat uns überrascht. Dieses Phänomen kannten wir bisher nur von den Jugendlichen. Es scheint sich aber auch bei Erwachsenen durchzusetzen", so Puttfarcken.

Seit mehr als zehn Jahren gibt es in Hamburg das Projekt "Netz mit Web-Fehlern?", das SUCHT.HAMBURG mit Unterstützung der Techniker Krankenkasse durchführt. Das Beratungsangebot "Time-to-Balance" bietet Betroffenen, Angehörigen oder Eltern direkt und unkompliziert eine erste Hilfestellung bei dem Thema Internetabhängigkeit. Erwachsene können beispielsweise mit einem Selbsttest eine erste Einschätzung des eigenen Nutzungsverhaltens ermitteln. Im vergangenen Jahr wurde der Selbsttest über 800 Mal durchgeführt.

Hinweis für die Redaktion

Für die Studie "Schalt mal ab, Deutschland!" wurden im Oktober 2020 bevölkerungsrepräsentativ bundesweit insgesamt 1.000 Erwachsene zwischen 18 und 65 Jahren vom Meinungsforschungsinstitut Forsa telefonisch zu ihrem Umgang mit digitalen Medien befragt. Die komplette Studie und Grafiken zu den Ergebnissen sind im Presseportal der TK zu finden. 

Unter dem Begriff Norddeutschland sind die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern zusammengefasst.