Eine aktuelle Studie der  Sporthochschule Köln attestiert den eSport-Aktiven eine hohe Feinkoordination und Reaktionsfähigkeit.

Herr Vogt, hat eSport tatsächlich gesunde Aspekte und ist es Wert von den Krankenkassen gefördert zu werden?

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Andreas Vogt, Leiter TK-Landesvertretung Baden-Württemberg

Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag festgelegt dass eSport als Sportart anzuerkennen ist. Damit ist das Thema in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Wie kürzlich in der Stuttgarter Zeitung zu lesen war, kann sich inzwischen auch der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) vorstellen, eSport zu unterstützen, wenn auf Ballerspiele verzichtet wird.

Wir als Krankenkasse können uns der Auseinandersetzung mit dem Thema also nicht entziehen, zumal die Schar der Anhänger stetig wächst. Gerade auch bei Kindern und Jugendlichen.

Unsere Aufgabe als Krankenkasse sehe ich hier darin, Familien zu unterstützen, ihre digitale Balance zu halten. Motivierte eSportler dürfen sich nicht zu Couch-Potatoes entwickeln, die irgendwann mit Übergewicht oder Internetsucht zu kämpfen haben. Deshalb müssen wir Medienkompetenz vermitteln.

Was genau verstehen Sie darunter?

Entscheidend ist, dass eSportler - wie praktisch jeder Mediennutzer heutzutage - lernen, mit Konsole, PC und Smartphone bewusst umzugehen. Dazu gehört, für einen sozialen, körperlichen und geistigen Ausgleich bewusste Pausen einzulegen.

Um gesund zu bleiben, ist es enorm wichtig, dass eSportler ihr Training mit physischer Aktivität ergänzen. Und natürlich sollte ihr soziales oder berufliches Leben nicht unter dem digitalen Zeitvertreib leiden.

Gerade bei jüngeren Spielern ist hier auch die Medienkompetenz der Eltern gefragt. Durch ihren eigenen Medienkonsum wirken sie einerseits als Vorbild, als Erziehungsberechtigte entscheiden sie andererseits, welche Spiele „ins Haus kommen“ und wie oft gespielt wird.

Wie wollen Sie die eSportler mit diesen Botschaften erreichen?

Computerspiele-Messen und eSport-Wettkämpfe sind ein guter Anknüpfungspunkt für Präventionsangebote. Fitness- und Reaktionstests, Ballspiele in den Pausen oder Stände mit gesunder Nervennahrung bringen Abwechslung in das Bermudadreieck von Bildschirm, gebanntem Blick und klickenden Fingern.

Körperliche Fitness und eine ausgewogene Ernährung beeinflussen die Leistung auch im eSport deutlich. So kann ein eSportler auf Dauer nur erfolgreich sein, wenn er seinem Gehirn Ruhephasen gestattet und ein Ausgleichstraining absolviert, um etwa Konzentrationsschwächen oder Rückenbeschwerden vorzubeugen. Und der Spitzensport hat immer auch eine Signalwirkung für den Breitensport, die wir als Gesundheitspartner aktiv nutzen sollten.


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