Dabei stellte sich die Wissenschaft, vertreten durch Professor Roland Rosenstock den kritischen Fragen vom Gaming-Experten der TK, Bruno Kollhorst. Ebenbürtiger Sparringspartner war Hans Jagnow, Präsident des eSports-Bund Deutschland. Eins wurde ganz deutlich: Gaming und eSport sind längst keine Nischen-Themen mehr. Derzeit spielen in Deutschland mehr als 34,3 Millionen Menschen Videospiele. Zwei Millionen bezeichnen sich selbst als e-Sportler, Tendenz steigend. Gigantische Events, enorme Preisgelder und die Faszination am Spiel bewegen e-Sportler dazu, über sich hinaus zu wachsen. Wir sehen es daher als unsere Pflicht, über die gesundheitlichen Aspekte des e-Sports zu informieren und Gamer der Gegenwart und Zukunft in Ihrer Gesundheit zu unterstützen.

Faszination eSport

Der Aufbau eigener und der Zugang zu internationalen Communities sind elementare Bestandteile der Faszination am eSport, so Hans Jagnow. Sie sind nationenübergreifend und grenzenlos. Während die Olympischen Spiele, die Weltmeisterschaft oder die Champions League zu festen Zeiten und in geregelten Abständen stattfinden, ist das Spielen auf internationaler Ebene jederzeit möglich, ohne Wartezeiten. Auch ohne Leistungsdruck ist Gaming für viele Menschen Teil ihrer Freizeitkultur. Sei es nun Solo, im Team oder als Zuschauer, eSport macht Spaß.

Wie werde ich ein fitter e-Sportler?

Am wichtigsten ist die Faszination für die Disziplin und die Einstellung dazu, findet Hans Jagnow. Das ist auch die Meinung von Professor Roland Rosenstock. Für den Erfolg im eSport gibt es verschiedene Aspekte, definiert Jagnow: Zielstrebigkeit, Motivation und viel Training sowie Spielverständnis und das Entwickeln detaillierter Spielstrategien. Eine gute Motorik, Reaktionszeit und Hand-Augen-Koordination sind ebenfalls notwendig.

"Wenn Profis am Rechner gegeneinander antreten, hoch fokussiert unter enormen Zeitdruck komplexe Aufgaben lösen, fordert dies Geist und Körper. Gleichzeitig ist es unsere Aufgabe als Krankenkasse, die gesundheitlichen Aspekte des Trendsports in die Diskussion einzubringen." erklärt Manon Austenat-Wied, Leiterin der TK-Landesvertretung M-V.

Nächste Schritte im e-Sport und Entwicklungspotenziale

Um eSport nachhaltig zu gestalten ist es wichtig, eine strukturierte Vorgehensweise zu entwickeln und zeitgemäße Lösungen für Probleme der Sitzhaltung und Handbelastung umzusetzen. Auch die Medienkompetenz ist laut Prof. Dr. Rosenstock von großer Importanz. Der verantwortungsbewusste Umgang mit PC, Konsole und Smartphone sollte frühzeitig vermittelt und Freiräume für andere Themenfelder bereitgestellt werden. Die Trainer von e-Sport Teams müssen die Relevanz der Medienkompetenz betonen und gleichzeitig als Vorbild fungieren. Professor Roland Rosenstock und Hans Jagnow sind sich einig: Vor allem bei Minderjährigen steht die körperliche und geistige Entwicklung im Vordergrund und nicht das Gewinnen.

Fit für e-Sport

"Viel Hilft viel." ist nicht immer zutreffend. Training im e-Sport ist zwar wichtig, aber genauso wichtig ist es, einen Ausgleichssport zu betreiben. Von Ballsportarten bis zum Yoga eignet sich dabei alles. Da im e-Sport vor allem die Handgelenke stark beansprucht werden, sind Kräftigungs-, Dehnungs- und Entspannungsübungen sowie Massagen notwendig, um sich fit zu halten. Die Stärkung der Schulter-, Nacken und Rückenmuskulatur sind ebenfalls wichtig, um Haltungsschäden zu vermeiden. Bereits zehn Minuten täglich reichen dafür aus. Da die Augen durch das konzentrierte Schauen auf den Monitor ebenfalls stark beansprucht werden, sind Entspannungsübungen für die Augen empfehlenswert. Ernährung ist ein weiterer nicht zu vernachlässigender Aspekt. Eine ausgewogene, gesunde Ernährung ist neben den anderen Aspekten essentiell, um die bestmögliche Leistung im Wettbewerb abrufen zu können.