Lieber Leserinnen, liebe Leser,

traditionell begeben wir uns mit der Glosse auf eine Reise in die Vergangenheit. In dieser Ausgabe möchte ich mit Ihnen kurz in die 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts reisen. Helmuth Rahn hatte noch nicht geschossen bzw. viel mehr noch nicht getroffen. In dieser Zeit verfolgte die Mehrheit der Menschen in Mitteleuropa Sportgroßveranstaltungen noch am Radio. Zumindest entging den meisten Zuhörern so, wie eintönig einige Wettbewerbe tatsächlich waren. Natürlich ist nicht zu unterschlagen, dass bereits in den 1950er Jahren zehntausende Menschen freiwillig in Sportstadien gingen, um sportlichen Höhepunkten wie Feldhandballspielen live zuzuschauen. Die Sportart Feldhandball, ein echter Höhepunkt deutscher Sportgeschichte lässt sich am einfachsten so erklären:  Zwei Mannschaften, bestehend aus 10 Feldspielern und ein Torhüter spielen Handball, auf einem Fußballfeld. Klingt das nach Spaß, Spannung und Unterhaltung?

Kein Wunder, dass der Feldhandball in der Versenkung verschwand. Denn quasi parallel zum angestoßenen Niedergang des Feldhandballs braute sich am Himmel eine sportliche Sensation zusammen. Mit dem "Wunder von Bern" verschiebt sich der Fokus der deutschen Öffentlichkeit endgültig in Richtung Fußball. Mit dem zweiten deutschen Weltmeistertitel in der beliebtesten Ballsportart der Welt im Jahr 1974 war das Ende des europäischen Feldhandballs besiegelt. Besuchen wir zur Zeit Feldhandballspiele?

Influencer, nicht selten passionierte Gamer, werden auf Streaming-Portalen und im echten Leben von Hunderttausenden gefeiert. In Ländern wie Südkorea oder den USA sind es gar professionelle eSportler die einen Status wie Popstars genießen. Die Auseinandersetzungen zwischen den beliebtesten Teams werden dort von zehntausenden Menschen besucht. Selbstverständlich, der professionelle, organisierte eSport steckt in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Experten fehlt es vor allem an tragfähigen Strukturen. Nur selten ist eSport in Vereinen organisiert. Zertifizierte Trainerlehrgänge inkl. gesamtgesundheitlicher Konzepte existieren nicht. Wie entwickelt sich der eSport in Deutschland, wenn er sein eigenes, digitales  „Wunder von Bern" bekommt?

Es ist angesichts von 34 Millionen Gamern in Deutschland längst an der Zeit die Gesundheit der Spielerinnen und Spieler auf professionellere Beine zu stellen. Für uns als mitgliederstärkste Krankenkasse Deutschlands stehen im Bereich eSport die Themen Medien- und Gesundheitskompetenz im Fokus. Computer und Videospiele nehmen in der Lebensrealität Vieler einen festen Platz ein. Unser Auftrag als ist es, dass Gesundheitsverhalten zu unterstützen und mitzugestalten.