TK: Welche Rolle spielt Gesundheit bei E-Sport?

Elftmann: Wenn wir über E-Sport sprechen, meinen wir den professionellen Bereich. In diesem stehen hinter den Spielern noch eine Vielzahl an Menschen, die für den Erfolg ihres Teams arbeiten.

Selbstverständlich spielt auch im E-Sport die Gesundheit eine wichtige Rolle. Für die Spieler gibt es hier etwa Ernährungspläne und Sportprogramme. Die Ernährungspläne sorgen für eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Die Sportprogramme stellen einerseits einen Ausgleich dar, sollen andererseits aber auch die erforderliche körperliche Belastbarkeit sicherstellen. Daneben wird natürlich mit der Ausrüstung versucht, typischen Verletzung, die beim E-Sport auftreten, entgegenzuwirken. Dies bleibt zum Glück häufig bei Handverletzungen durch ungünstige Belastungen. Wer so etwas aber schon einmal am eigenen Leib erfahren hat weiß, wie schmerzhaft und einschränkend diese Verletzungen sind.

TK: Wie ist das Gesundheitsverhalten der E-Sportler?

Elftmann: Die Bedeutung der Gesundheit im professionellen E-Sport haben wir schon dargestellt. Nutzen wir also die Gelegenheit und werfen einen breiteren Blick auf die Materie.

E-Sport weist eine hohe Diversität der Spiele und Spielarten auf. Alle diese Spiele haben jedoch auch ein Ende. Somit ist es dem Einzelnen Spieler überlassen, wie viel Zeit er am Stück oder in der Woche in sein Spiel oder seine Spiele investiert. Wie bei allen anderen Sportarten auch gibt es hier Gelegenheitsspieler, Spieler, die regelmäßig spielen, und Profis. Grundsätzlich ist jedem Spieler bewusst, dass für seine Gesundheit Ernährung und Fitness eine wichtige Rolle spielen. Denn nicht zuletzt steigt durch Fitness und gesunde Ernährung die körperliche Leistungsfähigkeit.

TK: Sind Sie in ihrem Verein mit Vorurteilen konfrontiert, wenn Sie von Ihrem Sport berichten?

Elftmann: Leider muss man hier sagen, dass bei weitem noch nicht alle E-Sport anerkennen. Es ist schwer, Unterstützung für unsere Anliegen zu bekommen. Ein Punkt, den viele gerne vorhalten ist die Bezeichnung E-Sport als „Sport“. So sei Sport doch untrennbar mit viel körperlicher Bewegung verbunden. Diese Auffassung bezieht sich auf populäre Sportarten wie etwa Fußball, Boxen, Tennis, Rudern oder klassische Leichtathletik. Daneben existieren aber schon lange andere Sportarten wie Billard und Snooker, Dart, Schießen oder Schach. Versteht man unter „Sport“ den Wettkampf nach einem festen Regelsystem, so steht der E-Sport anderen Sportarten in nichts nach. In vielen Fällen kommt diese Kritik von Personen, die sich noch nie intensiv mit dem E-Sport und seinen vielen Facetten auseinandergesetzt haben. Wir möchten an dieser Stelle alle einladen, sich einmal an einem Spiel zu versuchen. Es macht eine Menge Spaß.

TK: Was fasziniert Sie an E-Sport?

Elftmann: Nun persönlich finde ich die Facettenvielhalt von E-Sport faszinierend. Es gibt Spiele, die ich allein bestreiten kann und andere, in denen man nur im Team gewinnen kann. Ich kann mit meinem Freundeskreis spielen oder neue Leute übers Internet kennen lernen. Dabei ist es egal, wie weit ich von meinen Mitspielern entfernt bin. Es ist beispielsweise nicht unüblich, Mitspieler aus ganz Europa zu finden. Über allem schwebt das Messen mit anderen im Wettkampf. Es macht Spaß, sein Bestes zu geben und zu versuchen, die Spielzüge des Gegner vorherzusehen. Dabei ist besonders der professionelle E-Sport anzuführen. Es macht Spaß, anderen zuzusehen und zu sehen, mit welcher Perfektion man teilweise das Einzel-als auch das Teamplay spielen kann. Man kann immer wieder neue Dinge lernen und versuchen in sein eigenes Spiel zu integrieren.

TK: Wie wird der elektronische Sport in M-V in 10 Jahren aussehen?

Elftmann: Mit Blick auf die vergangenen Jahre wird sich der E-Sport noch weiter ausbreiten. Zentrale Knotenpunkte für E-Sport werden in den nächsten Jahren zunächst die Hochschulen bleiben. Vielleicht etabliert sich daneben ja noch etwas auf Schulebene. Hoffentlich ist es spätestens dann soweit, dass der E-Sport offiziell anerkannt wird. Die weitere Entwicklung hängt auf Dauer aber stark von einer offiziellen Anerkennung ab, hemmt der Mangel einer solchen in vielen Fällen doch das Voranschreiten.