Hamburg, 29. Oktober 2019. Hamburger Jugendliche verbringen täglich fast fünf Stunden ihrer Freizeit im Internet und mit Computerspielen. Für Eltern ist es oft schwierig, den Überblick zu behalten, ob das Mediennutzungsverhalten ihrer Kinder noch angemessen ist oder möglicherweise ein problematisches Verhalten vorliegt. 

Rund fünf Prozent der Hamburger Jugendlichen weisen eine problematische Nutzung von Computerspielen auf. Das zeigt die Schüler*innen- und Lehrkräftebefragung zum Umgang mit Suchtmitteln – SCHULBUS 2018. Dies entspricht in etwa den Werten, die bereits in den vorangegangenen SCHULBUS-Untersuchungen in den Jahren 2012 und 2015 ermittelt wurden. Dahingegen hat sich im Vergleich zu 2012 mit etwa acht Prozent der Anteil der Jugendlichen, bei denen gemäß der Compulsive Internet Use Scale (CIUS) eine problematische Nutzung verschiedener Onlineanwendungen vorlag, im Jahr 2018 mit 14 Prozent fast verdoppelt.

Anzeichen für eine internetbezogene Störung können die Vernachlässigung von Alltagsaktivitäten, Schule, Familie und Freunden sowie der Kontrollverlust über die Nutzungszeiten sein. Auch der zwanghafte Drang, über einen längeren Zeitraum zu spielen, deutet auf eine problematische Nutzung hin. Eltern, die bei ihren Kindern ein Problem vermuten, erhalten eine erste Einschätzung und Unterstützung auf der Online-Plattform „Time-to-Balance". Weiterhin steht ab sofort der neu aufgelegte und aktualisierte Elternratgeber "Neue Medien = Neue Süchte?" in der inzwischen 5. Auflage zur Verfügung.

"Entscheidend ist, dass Computerspiele bewusst genutzt werden. Das bedeutet zum Beispiel, regelmäßig Pausen einzulegen", sagt Maren Puttfarcken, Leiterin der TK-Landesvertretung Hamburg. "Bei Kindern und Jugendlichen sind auch die Eltern gefragt. Sie sollten bei der Mediennutzung als gute Vorbilder vorangehen. Und Eltern müssen mitentscheiden, welche Spiele ins Haus kommen und wie oft gespielt wird." 

Die TK-Landesvertretung Hamburg unterstützt SUCHT.HAMBURG bereits seit dem Jahr 2010 bei der Vermittlung des richtigen Umgangs mit digitalen Medien von Kindern und Eltern gemeinsam mit Fachpersonal und in der Selbsthilfe. 

Weitere Ergebnisse der SCHULBUS-Studie 2018

•    Computerspiele werden insbesondere von männlichen Jugendlichen genutzt, …
•    … mit Ausnahme von Denk- & Geschicklichkeitsspielen, die signifikant häufiger von weiblichen Jugendlichen gespielt werden.
•    Während die Häufigkeit der Computerspielnutzung bei den männlichen Jugendlichen seit 2012 zunimmt, geht sie bei den weiblichen Jugendlichen zurück.
•    Die aktive freizeitorientierte Nutzung des Internets nimmt weiterhin zu.
•    Die problematische Nutzung gemäß CIUS steigt insbesondere bei den weiblichen Jugendlichen an. 

Hinweis an die Redaktionen

Alle Informationen zur SCHULBUS-Studie gibt es online.

Die Online-Plattform "Time-to-Balance" betreibt SUCHT.HAMBURG gemeinsam mit der TK-Landesvertretung Hamburg. 

Der Ratgeber "Neue Medien = Neue Süchte?“ steht auch in Türkisch und einfacher Sprache zur Verfügung und kann im Webshop von SUCHT.HAMBURG bestellt werden.

Rückfragen für SUCHT.HAMBURG
Christiane Lieb 
Geschäftsführerin SUCHT.HAMBURG
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