Schwerin, 26. November 2020. Ab morgen ist die Medienplanet-App zur spielerischen Medienbildung in der Grundschule kostenlos in den App-Stores verfügbar. Die App ermöglicht Medienkompetenz im digitalen Umfeld zu vermitteln und ist ein Kooperationsprojekt der Universität Greifswald und der Techniker Krankenkasse (TK). Sie richtet sich an Grundschüler und kann von Lehrern, Medienpädagogen und Erziehern in ihre pädagogische Arbeit eingebunden werden.

Digitale Welten erobern Kinderzimmer

Digitale Medien sind aus dem Alltag der Kinder nicht mehr wegzudenken. Bereits vor Corona gehörten Smartphones und Tablets für Grundschüler längst zum Alltag. Laut einer statista-Umfrage aus dem Jahr 2019 haben bereits 75 Prozent der Zehn- bis Elfjährigen ein eigenes Smartphone. Kinder wachsen heute ganz selbstverständlich mit einem vielfältigen Angebot an digitalen Medien auf und nutzen diese. Für die meisten fanden ab Mitte März der Schulalltag und die Freizeitgestaltung fast ausschließlich digital statt. "Die Corona-Pandemie hat die Kommunikations- und Organisationswege erheblich verändert und für einen plötzlichen Digitalisierungsschub in der Bildungslandschaft gesorgt. Der Umgang mit digitalen Medien ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken und weckt den Bedarf nach begleitenden Angeboten zur Medienbildung", betont Manon Austenat-Wied, Leiterin der TK-Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern.

Ganzheitliche Medienkompetenz

Die Stärkung der Sozial-, Handlungs-, Medien- und Gesundheitskompetenz aller am Schulleben Beteiligten ist unser zentrales Anliegen. Mit dem Start des TK-MedienUniversums gibt es bereits einen Informationshafen für Medienkompetenzthemen. Die Lerneinheiten sind auf definierte Kompetenzziele ausgerichtet und leiten sich aus den aktuellen Lernzielen der länderspezifischen Bildungspläne sowie aus Konzepten zur Medienbildung ab. Mit der Veröffentlichung der Medienplanet-App wird nun ein umfassendes Medienkompetenz-Angebot bereitgestellt. Die Lehrer können mit dem vielfältigen Unterrichtsmaterial des MedienUniversums lebensweltnahe Gesundheitsthemen im Unterricht bearbeiten.

Mit der neuen Medienplanet-App wird nun ein ganzheitlicher Ansatz geschaffen. Die Schüler können ihr digitales Verhalten u. a. mit einem Medientagebuch auf eine zeitgemäße Weise erfassen. Anschließend können sie diese mit Pädagogen und Eltern reflektieren. Ebenfalls ist in der App ein Medienbaukasten integriert, mit dem die Kinder eigene Videos auf kindgerechte Weise filmen, schneiden und gestalten können.

Prof. Ines Sura, Juniorprofessorin für Medienbildung und Medienpädagogik an der Universität Greifswald unterstreicht: "Genau das hat uns in der Praxis lange gefehlt: Für die reflektiv-praktische Medienarbeit in der Grundschule benötigen pädagogische Fachkräfte die richtigen Werkzeuge und Kinder eine Ansprache, mit der digitales Lernen Spaß macht."

"Wir freuen uns über diese neue Anwendung und werden uns mit den Partnern im Land weiter konsequent für eine bessere Medienbildung einsetzen", so Manon Austenat-Wied.

Hinweis für die Redaktion

Für die statista-Umfrage wurden im vergangenen Jahr 915 Kinder Jugendliche von sechs bis 18 Jahren befragt. Danach hat bereits jeder dritte Acht- bis Neunjährige ein Smartphone. Bei den Zehn- bis Elfjährigen sind es schon drei von vier. Ab dem zwölften und 13. Lebensjahr besitzen rund 95 Prozent ein eigenes Smartphone.