Hamburg, 30. März 2021. Kurz eine Nachricht checken, die E-Mails abrufen oder durch den Social-Media-Feed scrollen - sobald digitale Medien genutzt werden, fällt vielen Norddeutschen das Abschalten schwer. Mehr als 60 Prozent der Erwachsenen im Norden im Alter zwischen 18 und 65 Jahren gaben in einer Forsa-Umfrage an, dass sie viel länger online sind, als sie es eigentlich geplant haben. Das zeigt die Studie "Schalt mal ab, Deutschland!" der Techniker Krankenkasse (TK). 

"Digitale Medien sind so konzipiert, dass wir möglichst viel Zeit mit ihnen verbringen. Wir sollen in einen Flow kommen, der unser Belohnungszentrum im Gehirn anspricht. Vor allem das Prinzip einer "zufälligen Belohnung" zum Beispiel durch ein Like oder Kommentar in den Sozialen Medien macht uns neugierig auf die digitalen Medien und führt dazu, dass wir dranbleiben und immer mehr wollen. Das ist auch ein Grund dafür, warum vielen das Abschalten so schwerfällt", sagt Maren Puttfarcken, Leiterin der TK-Landesvertretung Hamburg. Doch rund die Hälfte der Befragten im Norden legen bereits bewusst kurze Pausen ein. "Diese bewussten Offline-Zeiten systematisch in den Alltag zu integrieren, ist eine gute Strategie. Dabei können zum Beispiel auch Anwendungen auf dem Smartphone oder Tablet, die die Zeit begrenzen, helfen", so die Landeschefin.

Vorteile digitaler Medien

Mit der Corona-Pandemie hat die Nutzung digitaler Medien einen Schub erfahren. Jeder vierte Befragte nutzt seit Beginn der Corona-Krise digitale Kommunikationsmöglichkeiten privat häufiger. Im beruflichen Bereich sind die Zahlen noch höher: Mehr als die Hälfte gibt eine deutliche Zunahme an. 

"Die Corona-Pandemie zeigt aber auch, welche Vorteile digitale Medien bieten. Sie helfen uns derzeit, mit Familie und Freunden in Kontakt zu bleiben oder auch Einkäufe zu tätigen", sagt Puttfarcken. Das sind auch die Vorteile, die die Befragten in Norddeutschland hervorheben: 84 Prozent von ihnen gaben an, dass digitale Medien ermöglichen, alltäglich Dinge schneller zu erledigen und 83 Prozent sehen durch digitale Medien viele Möglichkeiten, um mit Menschen in Verbindung zu kommen.

Hinweis an die Redaktion

Für die Studie "Schalt mal ab, Deutschland!" wurden im Oktober 2020 bevölkerungsrepräsentativ bundesweit insgesamt 1.250 Erwachsene zwischen 18 und 65 Jahren vom Meinungsforschungsinstitut Forsa telefonisch zu ihrem Umgang mit digitalen Medien befragt. Die komplette Studie und Grafiken zu den Ergebnissen sind im Presseportal der TK zu finden. 

Unter dem Begriff Norddeutschland sind die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern zusammengefasst.