Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.

Kamelhirn, Ochsenpenis und alle möglichen Sechs-, Acht- und Mehrbeiner - So mancher C-Promi hat in TV-Shows derlei Dinge fürs Geld oder ein bisschen Ruhm heruntergewürgt. Dem Durchschnittseuropäer läuft da nicht gerade das Wasser im Mund zusammen. Doch was uns ekelt, kann sogar gesund sein. Wir haben die TK-Ernährungsexpertin Nadine Müller gefragt, was für Insekten auf dem Speiseplan spricht. 

In TV-Shows wie dem Dschungelcamp müssen die Kandidaten alle möglichen Arten von Insekten auf dem Speiseplan. Eine hochwertige Nahrungsquelle?

Es gibt weit über 1000 Insektenarten, die essbar sind. Heuschrecken zum Beispiel sind reich an Eiweiß, Kalzium und Eisen. Aus ernährungsphysiologischer Sicht durchaus empfehlenswert und ein möglicher Beitrag für eine ausgewogene Ernährung.

Was ist mit dem sprichwörtlichen Auge, das mitisst?

Für uns ist die Vorstellung befremdlich, dass wir uns Tiere in den Mund schieben, die wir normalerweise mit der Fliegenklatsche jagen. In anderen Kulturen ist das ganz normal.

Mit anderen Worten: Wer braucht Rind oder Schwein, wenn er Käfer und Heuschrecke haben kann?

Kann man so sagen. Insekten sind eine gute Eiweißquelle und möglicher  Fleischersatz, zumal sie wesentlich klimafreundlicher gezüchtet werden können als Rinder oder Schweine.

Worauf muss der geneigte Insektenliebhaber beim Verzehr achten? Was ist mit Krankheitserregern?

Da gibt es nichts, was man speziell bei Insekten beachten müsste. Selbstverständlich sollten die Tiere unter entsprechenden hygienischen Bedingungen gezüchtet werden, aber das gilt auch für alle anderen Lebensmittel. Maden, Käfer oder Spinnen direkt vom Boden aufzulesen und zu essen - das ist natürlich keine so gute Idee.

Und wie sieht es mit Allergien aus?

Viele der "klassischen" Lebensmittelunverträglichkeiten wie Zöliakie, Fructose- oder Lactoseintoleranz sind bei Insekten kein Thema. Wenn jemand allergisch auf Insektenstiche oder Schalentiere reagiert, sollte er beim Verzehr von Insekten aufpassen.

Vom Ekelfaktor abgesehen: Gibt es gesundheitliche Bedenken, die gegen den Verzehr von Kamelhirn und Ochsenpenis sprechen?

Im Prinzip nicht. Manche Tierbestandteile rufen bei uns Ekel hervor, weil sie in unseren Kulturen ungewöhnlich sind. Innereien wie Hirn sind aber gesundheitlich eher unbedenklich, solange man sie gut durchgegart und nicht zu oft isst.

Und der Ochsenpenis?

​​​​​​​Ein Ochsenpenis besteht aus eiweißreichen Knorpeln und Gefäßen, dagegen spricht auch nichts. Es ist allerdings ziemlich zäh, bei den knappen Zeitvorgaben der Dschungelprüfungen muss man höchstens aufpassen, dass man sich nicht verschluckt.