Frau kauft Gemüse beim Bauern
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Erdbeeren im Dezember? Spargel im Januar? Viele Obst- und Gemüsesorten sind dauerhaft verfügbar, obwohl sie im Winter gar nicht auf dem Feld wachsen können. Das verändert das Kaufverhalten und belastet die Umwelt erheblich.

Eine gesunde Umwelt ist für ein gutes Leben unverzichtbar. Dem stimmen 99 Prozent der Befragten einer Umfrage des Umweltbundesamts zu.

Warum ist auch eine nachhaltige Ernährung für eine intakte Umwelt wichtig? Reicht es nicht, auf den Energieverbrauch und die Flugemissionen zu achten? Leider nicht: Die Produktion von Essen verbraucht große Mengen Energie und viele Ressourcen. Das belastet die Umwelt so sehr, dass der ökologische Fußabdruck Deutschlands zu 35 Prozent aus der Ernährung resultiert.

Bei der Herstellung, dem Transport und der Lagerung von Nahrungsmitteln entstehen viele Umweltschäden, von Wasserknappheit über Bodenzerstörung durch Erosion bis hin zur Überfischung der Meere. Eine intensive, nicht nachhaltige Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen mindert die Bodenqualität und belastet die Umwelt zusätzlich.

Besonders einschneidend ist die Produktion von tierischen Lebensmitteln: Ihre Erzeugung braucht weltweit ungefähr 80 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche. Tierische Lebensmittel decken aber nur 17 Prozent der weltweiten Lebensmittelversorgung ab. Ein kleiner Teil für eine so große Fläche. 

Nachhaltige Ernährung soll, neben dem Schutz der Umwelt, noch mehr bewirken:

Nachhaltige Ernährung soll sich positiv auf die vier Dimensionen Umwelt, Gesellschaft, Gesundheit und Wirtschaft auswirken. Das Ziel ist, neben einer dauerhaft gerechten Bewirtschaftung der Erde, die gegenwärtige Lebenssituation der Menschen zu verbessern, ohne die Chancen zukünftiger Generationen negativ zu beeinflussen.

Knackig formuliert: Wer sich nachhaltig ernährt, kauft regional, bezahlt fair, isst saisonal und kocht bewusst.

Was bedeutet das für den Alltag?

Mit Genuss zu nachhaltiger Ernährung

Nachhaltige Ernährung beginnt im Einkaufswagen. Es gibt viele Schritte, die man nicht alle sofort ausführen muss. Auch mit kleinen Veränderungen leistet man einen aktiven Beitrag.

Wer sich nachhaltig ernährt, kauft regional, bezahlt fair, isst saisonal und kocht bewusst.

Pflanzenbetonte Mischkost als Basis

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) empfiehlt für die tägliche Ernährung Mischkost, die zu 75 Prozent aus pflanzlichen Produkten und zu 25 Prozent aus tierischen Produkten besteht. Bei der Orientierung kann die Ernährungspyramide helfen.

Der Fleischkonsum prägt den größten Teil des ökologischen Fußabdrucks der Ernährung. Doch niemand muss deswegen auf Wurst und Schnitzel verzichten: Die DGE empfiehlt, ein bis maximal zwei Mal pro Woche Fleisch zu essen. In Mengen heißt das: nicht mehr als 300 bis 600 Gramm pro Woche.

Sinkt der Fleischkonsum, kann auch der CO2-Ausstoß sinken: Im Vergleich zu fleischbetonter Kost kann pflanzenbetonte Mischkost die Entstehung der Treibhausgase um 15 Prozent reduzieren.

Konsumverhalten: Wir haben die Wahl…

Selbst kleine Veränderungen des Kaufverhaltens können zum Klimaschutz beitragen und die eigene Gesundheit verbessern. Wir stellen zwei Möglichkeiten vor, das eigene Konsumverhalten anzupassen:

  1. Weiterverarbeitung von Nahrung verbraucht viel Energie, viel Wasser und geht zulasten des Nährstoffgehalts. Bei jedem Einkauf kann man zwischen frischen, wenig verarbeiteten Lebensmitteln oder stark verarbeiteten Produkten wählen. Ausgewogenheit ist das Stichwort: Es geht nicht darum, nur noch Rohkost zu verzehren und auf erhitztes oder industriell verarbeitetes Essen zu verzichten. Gesund ist eine Mischung aus beidem.
  2. Wer bewusst einkauft und seine Mahlzeiten plant, vermeidet nicht nur viel Abfall, sondern unterstützt auch eine nachhaltige Lebensmittelindustrie und das mit Genuss. Inspiration für ausgewogene Mahlzeiten bietet unsere Rezeptdatenbank .

Tipp: Wer vorausplant, kann leckere Gerichte für die Mittagspause vorbereiten, etwa unseren 5-Minuten-Couscous-Salat im Glas .

Genuss? Geht auch regional und saisonal!

Die Dauerverfügbarkeit von pflanzlichen Lebensmitteln belastet die Umwelt: Das Obst und Gemüse legt einen langen Weg zurück. Die Treib- und Lagerhäuser verbrauchen viel Energie. Eine Ernährungsweise, die regionale und saisonale Gegebenheiten missachtet, erhöht die Treibhausgasproduktion.

Der Griff zu saisonal erhältlichem Obst und Gemüse leistet einen aktiven Beitrag zu nachhaltiger Ernährung. Ein Saisonkalender hilft, den Überblick zu behalten. Wer zusätzlich regional einkauft, setzt nicht nur ein Zeichen für kürzere Transportwege, sondern unterstützt auch die lokale Wirtschaft.

Ein weiterer Vorteil: Regionale Früchte schmecken oft besser. Sie konnten voll ausreifen und sind frisch, weil sie keinen langen Transport ertragen mussten.

Übrigens: Wer kein abgefülltes Mineralwasser kaufen möchte, sondern lieber Leitungswasser trinkt, kann sich hier über die Trinkwasserqualität in Deutschland informieren: Trinkwasser - gesund und gut geprüft .

Fairness gibt’s nicht nur im Sport - ökologische Qualität

Wer auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Ernährung einen Schritt weitergehen möchte, kann zusätzlich auf die Produktionsbedingungen der Lebensmittel achten und öfter zu Produkten mit Fair-Trade- oder Biosiegel greifen.

Ein Beispiel: Bei der Herstellung von Biogemüse kann sich die Umweltbelastung im Vergleich zu herkömmlicher Herstellung um 30 Prozent reduzieren.

Insbesondere die Erzeugung von Konsumartikeln wie Kaffee, Tee oder Kakao geht mit fragwürdigen Lebens- und Arbeitsbedingungen einher.

Faire Preise für Ökolebensmittel sichern nicht nur Existenzen und verbessern Arbeitsbedingungen. Sie schonen auch unsere Natur und ihre begrenzten Ressourcen: Ökologisch arbeitende Landwirte setzen weder synthetische Düngemittel noch Pestizide ein. Das verringert die Belastung der Umwelt durch Treibhausgase und Schadstoffe.